Katholische Priester in der Schweiz
Geschrieben von Verena am 21. Juli 2002 21:30:46:
Ein katholischer Priester bei uns in der Schweiz hat es heutigs insonders schwer. Denn:
– predigt er zu lange, so bringt er die Leute zum Gähnen;
hält er aber eine Kurzpredigt, dann ist er ein Faulpelz;
– macht er Hausbesuche, dann ist er nie im Pfarrbureau;
ist er daheim anzutreffen, dann lässt er sich nie bei den Leuten sehen
– erledigt er Schriftliches mit der Hand, so ist er technikfeindlich;
arbeitet er am Computer, dann spielt er herum;
– beschäftigt er im Pfarramt eine Bureaulistin (teutonisch: Sekretairin), so verschwendet er die Gemeindegelder;
erledigt er alles selbst, dann verzettelt er sich und kommt nicht seiner Hauptaufgabe nach
– ist er jung, dann hat er keinerlei Erfahrung;
ist er alt, so sollte er sich bevörderlichst ins Stöckli zurückziehen
– befürsorgt er verständnisvoll "verirrte Schäfchen", dann vernachlässigt er die "Frommen";
sagt er hartgesottenen Sündern die Meinung, so mischt er sich in alles ein
– drückt er sich höflich aus, dann hat er keine Courage:
wird er aber deutlich, dann geht ihn die Geschichte rein gar nichts an
– ist er für Neues aufgeschlossen, so würgt er liebe alte Gewohnheiten ab;
lässt er alles beim Alten, dann ist er rückständig
– ist er humorvoll und lacht gern, dann verträgt sich das nicht mit seinem Amt;
ist er still und ernst , so ist er stützig und ein grämlicher Finsterling
– lässt er Laien mitarbeiten, dann drückt er sich vor der Arbeit;
macht er alles selber, so ist er ein vorkonziliarer Tyrann
– besucht er Veranstaltungen und Feste, dann hat er keine Lust zur Seelsorge;
hält er sich aus dem Vereinsleben heraus, so hat er kein Herz für das Volk
– hat er ein Hobby, so vernachlässigt er seine Bestimmung;
richtet er alle Kräfte auf seinen Beruf, dann ist er einseitig und verrannt
– trinkt er in Gesellschaft ein Gläschen Wein, dann ist er ein Zecher;
ist er abstinent, so gilt er als mauserig: als ein mürrischer Sauertopf
– raucht er eine Zigarre, so bläst er das Geld in die Luft;
verschmäht er den Tabakgenuss, dann ist er ein ungeselliger Mensch
– solange er lebt, gibt es genug Leute, die alles viel besser können;
wenn er stirbt, ist keiner da, der ihn ersetzen kann.