Re: Die Kreuzzüge sind noch lebendig
Geschrieben von elcappuccino am 28. Dezember 2002 15:00:08:
Als Antwort auf: Re: Die Kreuzzüge sind noch lebendig geschrieben von Taube am 27. Dezember 2002 14:55:28:
Lieber Capuccino,
Meine Intension für diejenigen, die sich davon ansprechen lassen, ist die, einmal darüber nachzudenken, wohin die Veräusserlichung einer Religion führen kann.
Vielleicht denkt der/die Eine oder der/die Andere, egal welcher Religion oder welchem Glaubenssytem angehörig, mal darüber nach mehr in sich hineinzuhorchen, was denn die Grundessenz (s)einer Religion oder (s)eines Glaubenssystems eigentlich ist ?! Das könnte dann dazu führen, dass man nicht mehr so davon abhängig ist, was "Pharisäer" und "Schriftgelehrte" ständig neu hineininterpretieren, um die Botschaften einer Religion / Glaubenssystems "passend" für ihren Machterhalt zu "machen".
Wenn ich dies -für mich- auf die Kernaussagen des Christentums beziehe, so fallen mir spontan die Bergpredigt und die Zehn Gebote als deren Grundessenz ein.
Der wesentliche Ausfluss -für mich- daraus sind z. B.:
"Liebe Gott über alles und Deinen Nächsten wie Dich selbst"
und
"Was Du nicht willst das man Dir tu, das füg´auch keinem Anderen zu
bzw.
"Was Du willst das man Dir tu, tue Du anderen zuerst"
Würde sich nun jeder sogenannte Christ daran halten oder sich zumindest intensivst darum bemühen - so denke ich- würden wir weniger den "Amtsinhabern" der kirchlichen oder sonstigen Hierarchien / Institutionen auf "den Leim" gehen mit ihrem ewigen theologischen Geplänkel und ihren Haarspalterein über jeden Satz und jedes Wort der Schriften, die doch meist wiederum nur zu Trennung, Streit und Feindschaft führen.
Jeder könnte tagtäglich zu allen möglichen Gelegenheiten sein Denken, Tun und Handeln an diesen Grundaussagen messen und sich entsprechend zum Positiven hin verändern. Das wiederum könnte weite Kreise in Familie und Gesellschaft so verändern, dass solche widergöttlichen ( meine Überzeugung ) Handlungen wie die Kreuzzüge der Vergangenheit und "neuen Kreuzzüge" der Gegenwart nicht mehr so einfach von unseren religösen / kirchlichen und weltlichen Machthabern in Gang gesetzt werden könnten. Die Veränderung fängt allerdings bei jedem von uns selbst an.
Vielleicht können so die Gläubigen jedweder Religion oder Glaubenssystems in ihrem Bereich das über die Grenzen ihres Glaubens hinausragende, verbindende positive Grundelement finden, das uns in unserem Inneren miteinander verbindet. Wir sollten weniger die uns trennenden Elemente immer und immer wieder herausstellen, sondern die uns alle einenden Elemente unserer Überzeugungen.
Das könnte dann zu mehr gegenseitiger Toleranz, Achtung und wohlwollendem Interesse im Miteinander führen.
So fiele es auch den "Schriftgelehrten" und "Pharisäern" nicht mehr so leicht uns "An der Nase herumzuführen", ja irgendwann würden sie sogar überflüssig werden, da die Bewusstseinseintwicklung der Menschen diese dann nicht mehr benötigte, sondern jeder in seinem eigenen Inneren die "verbindende Liebeskraft" entwickelt hätte. Wie gesagt zumindest nach und nach.
Meine Taube.....
zwei Dinge.....
erstens, dass du aus dem Wissen der Bibel nimmst....
zweitens.... dass du jene verleugnest, welche dir dieses Wissen überreicht haben...
Wie du über jene urteilst....
so werden die Kinder über Dich urteilen.....
Was ich an deinem ersten Beitrag vermisste, dass war, dass du selbst einmal jenen Pharisäischen Ton anschlagen würdest, nämlich die Bibel zu diskutieren, anhand von konkreten Stellen, damit du deine Kinder dazu einlädtst, diese Bibel zu studieren, um am Ende vielleicht gerade zu deiner Überzeugung zu gelangen.
(und vielleicht noch darüber hinaus.....?)
Ich stelle des Öfteren den Mangel fest, dass Menschen die Bibel eher verübeln dadurch, dass sie ihre wesentlichen Trägerschaften anprangern..... wobei sie die Bibel auf einen selbstformulierten Satz verkürzen.
Ich stelle also die Frage....
Wie willst du uns einladen, die Bibel zu lesen (nicht deine Schlussfolgerungen oder deine Urteile). Ich frage also den Teil in Dir, der selbst neugierig ist...
Es würde mich also wundernehmen, welche Stellen der Bibel Dich selbst besonders interessieren, und Dich zu Fragen anregen.... Stellen, die jetzt aber nicht dazu dienen, deine Angriffe gegenüber der Trägerschaft der Bibel zu rechtfertigen, sondern solche, die für dein Leben bedeutsam sein könnten.
Die Bibel besteht nicht nur aus den Worten: "Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst", und "du sollst Gott lieben, daran hängt das ganze Gesetz und die Propheten." Sie stellen aber den Standpunkt dar, aus welchem man über die Bibel nachdenken sollte/darf.
Wenn du diese Essenz wirklich erfasst hättest, hättest du nicht den Ton angeschlagen, den du anschlugest. Deshalb erkenne ich in Dir weniger einladende Offenheit, als Urteil, und hinter deinem Urteil eigentlich ein paar nicht formulierte Fragen.
Deshalb habe ich Dich gefragt. Wollen wir an die Arbeit gehen?
Warum nicht die Bergpredigt thematisieren?
Mit freundlichem Gruss
