Die Bibel - Das Wort zum Töten !

Die Ewige Religion

Geschrieben von Gegendenstrom am 23. März 2003 18:52:40:

»Schlag sie zu, bevor es noch mehr Tote gibt!......

oder.....lies sie wenigstens mit wachem Verstand und hinterfrage !!

Sind die Großen dieser Welt gläubige Menschen? Im Weißen Haus zum Beispiel werden Kabinettssitzungen mit einem Gebet eingeleitet. Der amerikanische Präsident ist überzeugt, dass Gott ihn in sein Amt eingesetzt hat, dass Gott ihn »aufgerufen habe, die Welt zum Frieden zu führen« – allerdings mit Gewalt! (Der Spiegel 8/2003)

Dazu muss man wissen: George W. Bush liest jeden Morgen in der Bibel! Und was liest er da? »Wenn der Herr, dein Gott sie [die zu erobernde Stadt] in deine Gewalt gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen. Die Frauen aber, die Kinder und Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befindet, alles, was sich darin plündern lässt, darfst du dir als Beute nehmen. Was du bei denen Feinden geplündert hast, darfst du verzehren; der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt. So sollst du mit allen Städten verfahren, die sehr weit von dir entfernt liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier gehören. Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen.« (Mose 20, 12-16).

Krass! Eine glatte Anleitung zum Völkermord! Unser kritischer Zeitgenosse glaubt‘s nicht und blättert weiter in der Bibel. Bei Joel 3, 10 findet er dann: »Macht aus euren Pflugscharen Schwerter und aus euren Sicheln Spieße!«

Jetzt aber hallo! Das alles steht in der Bibel, die angeblich Gottes Wort sein soll? Nun geht unserem kritischen Zeitgenossen ein Licht auf. Die kriegerischen Ambitionen des Herrn Bush stehen völlig im Einklang mit der ›Heiligen Schrift‹. Vielleicht spricht Bush deshalb von einer göttlichen Mission? Offenbar ist auch Bundestagspräsident Thierse dieser verhängnisvolle Zusammenhang zwischen der Bibel und der kriegerischen Weltpolitik aufgefallen, jedenfalls sagte er kürzlich: »Wer in der Bibel liest, versteht die Welt besser« ...

Nun wird dem kritischen Zeitgenossen auch klar, warum Bibelgesellschaften tausende von Bibeln in den Irak schicken – als »kulturelle Brücke« bevor die Bomben fallen. Schließlich sollen auch Andersgläubige Völker die Welt besser verstehen. Da können dann die Iraker nachlesen, wieso ihr Land in Schutt und Asche gelegt werden muss, denn bei 2. Mose 34, 12-13 steht über den Umgang mit Andersgläubigen: »Du hüte dich aber, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, einen Bund zu schliessen ... Ihre Altäre sollt ihr vielmehr niederreißen, ihre Kultpfähle umhauen.«

Aber unserem kritischen Zeitgenosse fällt noch etwas auf: 2003 wurde von der katholischen und evangelischen Kirche zum »Jahr der Bibel« ausgerufen. Es gibt Bibel-Ausstellungen, Bibel-Seminare, Bibel-TV – sogar Bibel-Spiele für Kinder.

Die Bibel als Handbuch zum Töten
»Das Bibeljahr soll die Bibel lebendig werden lassen«, das schreiben die kirchlichen Veranstalter auf ihren Internet-Seiten. Der kritische Zeitgenosse bekommt es bei diesem zynischen Motto mit der Angst zu tun: Ist die Bibel mit ihren gewaltverherrlichenden Stellen Drehbuch für eine kriegerische Weltpolitik? Bekommen wir die Horrorphantasien aus dem Alten Testament dieses Jahr in der Tagesschau präsentiert?

Jetzt könnte vielleicht der Einwand kommen, in der Bibel steht doch auch bei Jesaja 2, 4 (ganz im Widerspruch zum Buch Joel, siehe S. 1): »Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk gegen das andere ein Schwert aufheben, und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen.« und bei 5. Mose 5, 17 steht ganz unmissverständlich: »Du sollst nicht töten«.

Stimmt! Aber was soll man jetzt glauben? Wechselt Gott ab und zu einfach seine Meinung? Oder handelt er gar willkürlich? Ist Gott nun ein Gott der Liebe, wie ihn Jesus von Nazareth lehrte oder ein schrecklicher, zürnender Gott, der Kriege anordnet, wie im Alten Testament? Laut Katechismus ist beides, das Alte und das Neue Testament »wahres Wort Gottes« und »in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen heilig und kanonisch«.

»Sprengstoff für den gesunden Menschenverstand«
Also das Ganze wird immer verwirrender. Der Verstand des kritischen Zeitgenossen schlägt Alarm. Die Kirche kennt dieses Problem der biblischen Widersprüche nur zu gut, schließlich ist sie maßgeblich dafür verantwortlich. Zum Glück gibt‘s die passende Erklärung gleich dazu: »Ich glaube, weil es absurd ist«, sagte ein großer Kirchenlehrer, und diese Haltung ist auch heute noch aktuell: Kardinal Lehmann sagte in seinem Statement zum Bibeljahr, die Bibel sei »Sprengstoff für unser Leben: für uns selbst, für den gesunden Menschenverstand...«

Na bitte: Anscheinend wissen die selbsternannten Glaubenshüter genau, dass mit ihrer Bibel etwas nicht stimmt ... Bei den noch unverdorbenen Kollegen lösen die vielen unvereinbaren Widersprüche immer wieder »ekklesiogene«, also kirchliche Neurosen und Angstzustände aus!

Aber statt zuzugeben, dass die Bibel Menschenwerk ist und somit die Gefahr, die von den gewaltverherrlichenden Stellen ausgeht, auszuschalten, schweigen die Kirchenmänner die Widersprüche tot und hoffen wohl darauf, dass kein Gläubiger zu genau nachliest.

+++Kanadisches Gericht urteilt:
Bibel ist Buch des Hasses:Das Gericht von Queens im kanadischen Saskatchewan verurteilte eine Zeitung, die eine Anzeige abdruckte, in der mit Hilfe von Bibelzitaten zum Hass gegenüber Homosexuellen aufgerufen wurde, zu einer Geldstrafe.+++

Bei all den kriegstreiberischen Stellen in ihrem Bibelparteibuch wirkt es nun umso verdächtiger, dass sich die Vertreter der katholischen und evangelischen Institution heute als Friedenshüter geben. Krieg müsse auf jeden Fall vermieden werden, sagt der Papst. Doch gleichzeitig ist Krieg als letzte Instanz nach wie vor gerechtfertigt.

Das Friedensgetue kommt bei den Leuten auf jeden Fall gut an, es wird wieder mehr in die Kirchen gegangen. Viele scheinen dabei wohl zu übersehen, dass die kirchliche Tradition, bis in die jüngste Vergangenheit alles andere als friedlich war.

Wenn die Kirche heute wirklich für den Frieden wäre, dann müssten den publikumswirksamen Friedensappellen auch Taten folgen!

Wenn die Amtskirchen glaubwürdig sein wollen, dann müssen sie:

• Sich für die Millionen von Kirchenopfern bei Kreuzzügen, Inquisition und Hexenverbrennungen entschuldigen, bei den Nachfahren um Vergebung bitten und Entschädigungen zahlen.
• Die goldenen Altäre und Monstranzen einschmelzen und das Gold denen zurückgeben, von denen sie es zusammengeklaut haben z.B. den Völkern Südamerikas Mahnmale für die Opfer der Hexenverbrennungen aufstellen, so wie es sie beispielsweise für die Opfer des Holocaust gibt.
• Alle Militärpfarrer entlassen.
• Keine Waffen mehr segnen. Ethisch fragwürdige Aktienbeteiligungen verkaufen.
• Die Lehre vom gerechten Krieg aus dem Katechismus entfernen.
• Zugeben, dass die Bibel Menschenwerk und an vielen Stellen gefälscht ist.

Aber all dass passiert nicht. »Warum nicht?« fragt sich der wache und kritische Zeitgenosse.






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