Re: Jesus? Buddha? Mohammed? Moses? Goethe? Baphomed? Freimaurer? Konzile?
Geschrieben von Hille am 06. Juli 2003 20:13:09:
Als Antwort auf: Jesus? Buddha? Mohammed? Moses? Goethe? Baphomed? Freimaurer? Konzile? geschrieben von Ahmet am 06. Juli 2003 15:35:27:
Hallo Ahmet,
zunächst einmal muss ich dir sagen, dass ich deine Seite in der heutigen Zeit recht mutig finde. Heutzutage ist ja alles ziemlich out, was mit einem Schöpfergott einhergeht, und Gott wird oft (zumindest von einigen Leuten, die aus der christlichen Tradition kommen) als eine "Lüge" bezeichnet.
Ich muss gestehen, die Kirche macht es einem auch nicht immer leicht, den von Jesus verkündeten Gott zu finden. Ich selbst zähle mich zu den katholischen Christen - allerdings nicht zu den erzkonservativen, die jede andere Religion als Teufelswerk oder minderwertig ansehen. In meinen Augen hat jede Religion, die auf eine Hinwendung des Menschen zum Guten und zum Mitmenschen hinzielt, ihre Berechtigung.
Ich habe auf eurer Homepage gelesen, dass du und deine Frau euch zwar zu Gott, aber zu keiner Religion bekennt. Ich muss sagen, ich persönlich habe damit kein Problem - und ich hoffe, ihr habt auch kein Problem damit, dass ich mich dennoch zu einer Religion bekenne.
Für mich bedeutet das katholische Christentum einfach eine Art Zuhause, in der ich Zuflucht suchen kann, wenn ich wirkliche Probleme habe. So weiß ich, kann ich mich an den Priester wenden, wenn ich seelischen Beistand benötigen sollte.
Allerdings sehe ich auch mit Bedauern, welchen "Unsinn" die katholische Kirche so alles im Namen Gottes und im Namen Jesu macht *seufz*. Doch immer wieder (wenn auch selten) treten aus den Reihen der Prieste Leute hervor, die Gott und somit den (Mit-)Menschen ÜBER die Kirchengesetze stellen - und damit das verwirklichen, was Jesus bezweckt hat. Und solange es diese Leute gibt, bleibe ich bei meinem "Heimatglauben".
Leider muss ich allerdings auch feststellen, dass es in jeder Religion Fanatiker gibt, die das Bild des anderen Glaubens verfälschen - sowohl im christlichen Bereich, als auch im islamischen oder jüdischen wie auch in jeder anderen Religion. Das finde ich sehr schade. Denn meines Erachtens nach kann so nie ein wirklicher Dialog zwischen den Religionen (und auch Kulturen) stattfinden.
Vielleicht ist eure Lösung - Glaube an Gott ohne Zugehörigkeit zu einer Religion - die traurigerweise einzige Lösung, dass Menschen aus verschiedenen Glaubensrichtungen in Kommunikation miteinander treten können. Obwohl ich für mich persönlich die Person Jesu als Vermittler des Willens Gottes benötige. Aber wie gesagt, das bezieht sich allein auf meine Person.
Wenn jemand sagt, er/sie benötige dafür Mohamed oder jemanden anderen, dann kann ich damit auch gut leben. Und auch eure Einstellung findet meine volle Akzeptanz, zumal mein Freund nicht nur keinen Zugang zu irgendeiner Religion gefunden hat, sogar nicht einmal einen richtigen Zugang zu Gott. Und dennoch ist er im Grunde seines Herzens tief religiös - nur äußert sich das eben nicht in irgendeinem Glaubensbekenntnis, sondern eher in einer ständigen Suche nach den wahren Werten des Menschen und der Menschheit.
So, nach diesem Roman aber mal nun zu deiner Frage:
"Im ersteren Glaubt man an den Schöpfer selbst und alle Weltreligionen erwähnen einen Schöpfer (der Gläubige). Und im zweiteren glaubt man an eine menschliche Idee, die nicht zwingend dem göttlichen Wunsch entsprechen muss (Religion)."
Wie ich oben schon einmal andeutete - es kommt auf die Einstellung zum Glauben an - und so etwas ähnliches sprichst du ja auch schon in der Frage aus:
"nicht zwingend" bedeutet ja: es könnte aber dennoch sein.
Und so sehe ich das auch: Wenn jemand seine Religion als einzig heilbringende ansieht und intollerant gegenüber allen anderen Glaubensrichtungen ist, steht sie sicher konträr zu Gottes Heilsplan und Schöpfungsidee.
Wenn die Religion aber einfach nur als "Glaubensheimat" empfunden wird, und jede andere Glaubensrichtung als gleichwertig gilt, dann muss sie nicht unbedingt gegen Gottes Plan gerichtet sein, sondern kann Gott dem gläubigen Menschen vielleicht ein Stück näher bringen.
Wie gesagt: Es kommt immer auf die Einstellung zur Religion selbst an.
Viele Grüße,
Hille