Die Sendung des Propheten, Islam
Geschrieben von Sindbad am 24. Mai 2000 12:07:58:
Die Sendung des Propheten
Nun werden wir behandeln, dass die Sendung des Propheten nötig ist. Der Mensch hat angeborene Unwissenheit. Jedoch existieren so viele Geschöpfe in seiner Umwelt, dass ihre Anzahl niemand weiss ausser ALLAH, dem Erhabenen. Dies wird in dem 31.heiligen Vers der Sure Müdessir(Der Bedeckte) des heiligen Korans erklärt. Das Kind fängt an, mit seinen Sinnesorganen die Vorgänge in seiner Umwelt wahrzunehmen. Jede Art von Geschöpfen ist eine Welt für sich. Der Sinn, der beim Menschen zuerst geschafft wird, ist das Gefühl, der fünfte Sinn. Es umfasst verschiedene Sinne z.B Berührungssinn, Tast- und Drucksinn, Kälte- und Wärmesinn, Stellungs- und Bewegungssinn, Schmerzsinn. Der Mensch kann mit dem Gefühl die Farben nicht wahrnehmen. Als zweiter wird Sehsinn geschaffen. Man kann damit Farben und gestalten wahrnehmen. Die Umwelt für den Sehsinn ist viel grösser als die des Gefühls. Dann kommt der Gehörsinn. Man nimmt damit Stimmen, Melodien und Lauten wahr. Ferner wird Geschmack- und danach Geruchsinn geschaffen. Auf diese Weise werden fünf Sinnesorgane vervollständigt. Etwa im Alter von 7 Jahren wird Unterscheidungsvermögen geschaffen. Man nimmt damit das war, was man nicht mit Sinnesorganen wahrnehmen kann. Das Unterscheidungsvermögen dient zugleich dazu, die durch Sinnesorgane wahrgenommenen Dingen voneinander zu unterscheiden. Dann wird der Vernunft geschafft. Man kann damit Böses von Gutem unterscheiden. Durch Vernunft begreift der Mensch, was er nicht mit Sinnesorganen und Unterscheidungsvermögen begreifen kann. ALLAH, der Erhabene, erschafft ausserdem bei SEINEN bestimmten ausgewählten Dienern eine andere Begabung. Damit begreift man die Angelegenheiten und prophezeit die in Zukunft zu stattfindenden Ereignisse, die man mit der Vernunft nicht erfassen kann. Diese Eigenschaft wird Prophetengabe genannt. Das Unterscheidungsvermögen begreift die Angelegenheiten nicht, die mit der Vernunft verstanden werden. Und die Vernunft begreift die Sachen nicht, die mit der Prophetengabe begriffen werden, und leugnet sie. Das Unbekannte zu leugnen, bedeutet, dass man das ablehnt, was man nicht weiss z.B. ein geborener Blinder erkennt Farben und Gestalten nicht. Es scheint ihm, als wären sie nicht vorhanden. Um SEINEN Dienern die Prophetengabe bekannt zumachen, erschuf ALLAH,der Erhabane, bei Menschen die Begabung, zu träumen. Der Mensch kann damit von dem träumen was in Zukunft stattfindet. Dieser Traum geschieht entweder offensichtlich, oder als Gleichnis in der Gleichniswelt (Alam misaal). Wenn man versucht dem, der nicht weiss, zu erklären , was Traum ist, und diesbezüglich sagt : " Der Mensch kann in einem ohnmächtigen Zustand, etwas Verborgenes, Ungreifbares sehen." Glaubt derjenige das nicht. Er wird versuchen, zu beweisen, dass es unmöglich sei. Und wahrscheinlich wird er seine Begründung folgendermaßen äussern: " Ein Mensch kann seine Umwelt mit seinen Sinnesorganen wahrnehmen. Ohne sie zu benutzen, kann er nichts wahrnehmen und nichts begreifen." Mit dieser Logik behauptet er, die Wahrheit gesagt zu haben. Wie man die durch Vernunft verstandenen Tatsachen nicht mit Sinnesorganen begreifen kann, so kann man die durch Prophetengabe erkennbaren Angelegenheiten nicht mit Vernunft verstehen. Diejenigen, die an der Prophetengabe zweifeln hegen Zweifel darüber, obwohl sie es für möglich halten. Was aber möglich ist, kann auch wahr sein. Dies beweisen die Prophezeiungen der Propheten, die alle in Erfüllung gegangen sind. Die Erkenntnisse der Prophezeiungen haben die Propheten durch Eingebung (ilham ) von ALLAH, dem Erhabenen, nämlich mit Prophetengabe erfahren. Diese Erkenntnisse kann man durch Vernunft und Erfahrung bzw. Ermittlung nicht erfassen. Die Prophetengabe besitzt auch andere Eigenschaften. Ein Gleichnis dieser Eigenschaften ist der Traum, den wir gerade eben erwähnt haben. Andere Eigenschaften erlebt man auf dem Weg des Sufismus ( Sufitum, Sufis , islamischer Mystik ) . Die Eigenschaft, die wir bekannt machten, gilt als beweis der Prophetengabe. Imam-i Muhammed Gasali ( Ghazali ) stellt diese Eigenschaft in seinem Buch El-munkis-u anid-dalal ( Befreiung von den Irrlehren ) für den Beweis des Prophetentums dar.
Auszug aus dem Buch " Beweis des Prophetentums" : (Imam Rabbani Ahmad Faruk Sirhindi )
"Wie die Vernunft ein Stadium in der Entwicklung des Menschen darstellt , in dem ein Auge entsteht, wodurch man verschiedene Arten von rationalen Dingen schaut , von denen die Sinne ausgeschlossen sind, so verhält sich es sich mit der Prophetie : Sie ist der Ausdruck eines Stadiums , in dem ein Auge entsteht , das ein Licht besitzt und in dessen Licht das Verborgene und andere Dinge sichtbar werden , welche die Vernunft nicht wahrnimmt."(S.51)
Imam Ghazali,Abu Hamid Muhammad , (1058-1111) ; aus "Der Erretter aus dem Irrtum", 1987, übers.: Abd-Elsamad Abd-Elhamid Elschazli
siehe auch : http://www.hizmet-net.de/