2. Mose 20
Geschrieben von Jürgen am 21. August 2000 21:05:13:
Als Antwort auf: Re: 2. Gebot & Religion...? geschrieben von Ahmet am 21. August 2000 11:01:35:
Hallo Ahmet!
Willkommen in meinem Forum. Danke :-) Ich habe deine Page besucht, ich sehr interessant. Nochmal danke :-)) Ist das deine Seite? Ja Wie bist Du eigentlich auf diesen Namen gekommen? Welchen Namen? come2god oder Ausblicke vom Kreuz? Nun will ich zu deiner Frage gelangen.
Du erwähnst die Bibel. Was ist für Dich die Bibel? Echtes Wort Gottes und als Ganzes unverfälschte Wahrheit Für mich ist die Bibel eine Sammlung an verschiedenen Büchern, die in den letzten 1600 Jahren die heutige Gestalt bekommen hat. Erster Teil Deines Satzes: Ja, aber das ist zu wenig. Zweiter Teil Deines Satzes: Nein, denn die These, die katholische Kirche hätte die Bibel verfälscht ist nachweislich falsch und jeder ernste Bibelforscher und -wissenschaftler wird dies bestätigen (übrigens noch nicht einmal nur die christlichen) Dabei wurde in dieser Zeit die Trennung gemacht zwischen Altem- und neuem Testament. Falsch, aber vermutlich Teil dieser These In den Bücher Mose sind die 10.Gebote Gottes die Grundlage des Glaubens. Grundlage wessen Glaubens? Diese findest Du in Exodus 20, 1-17. Liess doch bitte das Zweite Gebot und schreib mir, was Du darunter verstehst. Bitte überlege Dir auch den Sinn dieses Gebotes. Warum hat Gott uns wohl dieses Gebot gesandt? Es würde mich sehr interessieren, wie Du darüber denkst. Da wäre mir Deine Meinung wichtiger. Als Moslem.
Mir geht es in meinem ersten Posting nämlich um den von Dir in der Foreneinleitung geschriebenen Satz "Das beginnt schon beim 2.Gebot, welches uns bat, kein Bild von einer Religion zu machen und diese auch nicht zu verehren."
Nachdem Du mich schon aufforderst, die Stelle nachzuschlagen, will ich Dir auch gerne den wirklichen Wortlaut hier niederschreiben (Vers 1 bis ersten Teil von Vers 5:
"Und Gott redete alle diese Worte und sprach:
Hier geht es nirgendwo um "Religion" (also um das "Es", die Sache), sondern immer um Gott selbst (also um "Ihn", die Person).
Darum ging und geht es mir.
Herzlichen Gruß
Ich bin Jahwe, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft.
Du sollst keine anderen Götter (Elohim) haben neben mir.
Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, noch irgendein Gleichnis (Bildnis) dessen, was oben im Himmel, und was unten auf der Erde, und was in den Wassern unter der Erde ist.
Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen und ihnen nicht dienen; denn ich, Jahwe, bin ein eifernder Gott..."
Gott sagt nicht: Du sollst keine Religion neben mir haben, sondern: Du sollst keine Götter (lebendige Wesen, Engelmächte) neben mir haben.
Warum? Weil Er, Jahwe der Gott, der einzige echte Gott ist.
Wer nun vermutet, im nächsten Satz könnte ein Bezug auf "Religion" gemeint sein, der irrt, weil es im darauffolgenden Satz wiederum weitergeht (unter Bezugnahme auf den vorherigen): Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen nicht dienen, denn ich, Jahwe, bin dein Gott.
Vor einer Religion beugt man sich nicht, einer Religion dient man nicht, sondern immer den dahinterstehenden "Göttern".
Religion ist lediglich ein Ausdruck für die Haltung und Stellung eines Menschen zu "seinem" Gott, wobei die Religion im Gegensatz zum christlichen Glauben menschliches Selbstverbesserungsbemühen ist, um irgendeinem "Gott" wohlzugefallen oder ihn gnädig zu stimmen.
Fazit: Menschen sollen sich also laut 2. Mose 20 nicht "ein Bild einer Religion", sondern "kein Bild von Gott" machen (und damit das Bild eines "anderen", falschen Gottes).
"Religion" zu treiben dagegen ist bereits ein anderes Bild von/über Gott zu machen, da in Religionen (egal welcher) nicht mehr Gott der Mittelpunkt ist, sondern der Mensch.
Jürgen