News: Schweizer Bischöfe gegen Rom
Geschrieben von Ahmet am 18. Januar 2005 10:33:26:
In der Schweiz sollen Laientheologen entgegen der Auffassung des Vatikans während der Messe predigen dürfen. Die Schweizerische Bischofskonferenz ist auch dafür, dass Laien taufen und Protestanten in Einzelfällen kommunizieren können.
Es sei selbstverständlich, dass auch Pastoralassistenten und- assistentinnen in der Eucharistiefeier predigten, weil verschiedene Dienste nicht mehr von Geweihten wahrgenommen werden können, heisst es in der am Montag veröffentlichten Schrift der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) über «Beauftragte Laien im kirchlichen Dienst».
Der Vatikan sei gegen Predigten durch Laientheologen, sagte SBK- Generalsekretär Agnell Rickenmann. Der Einsatz von Laien werde deshalb sicher ein Thema sein beim Besuch der Schweizer Bischöfe im Vatikan Anfang Februar, hiess es von Seiten der SBK. Doch sei der Zeitpunkt der Veröffentlichung der SBK-Richtlinien zufällig.
Die SBK wolle mit der Schrift «ein realistisches theologisches Verständnis der Identität und Aufgaben der Pastoralassistenten darlegen», teilte die SBK weiter mit. Darin werde auch die «wichtige Bedeutung der Laien im kirchlichen Einsatz» gezeigt und ihnen für ihr «grosses persönliches Engagement» gedankt.
Angesprochen wird zudem die Taufe. Diese sei durch Laientheologen möglich, weil im Notfall jeder jemand anderen taufen könne, sagte Rickenmann weiter. Dafür sei keine besondere Weihung vorausgesetzt. Doch laut Vatikan sei dies im Prinzip nur durch Geweihte möglich wie Bischöfe, Priester oder Diakone.
In einem zweiten, gleichentags veröffentlichten Dokument legt die SBK auch bezüglich der Eucharistiefeier eine liberale Haltung an den Tag. In dem «Wort der Schweizer Bischöfe zur Instruktion 'Redemptionis Sacramentum'» spricht sie sich in Einzelfällen für die Teilnahme von Protestanten an der katholischen Kommunion aus.
Die so genannte «Interkommunion» sei zum Beispiel bei einem gemischt-konfessionellen Ehepaar möglich, sagte Rickenmann - nicht aber eine allgemeine Einladung an eine ganze reformierte Gemeinde. Auch lehnen die Bischöfe die «Interzelebration» von katholischen Priestern und reformierten Pfarrerinnen und Pfarrern ab.
Mit den Schriften reagierte die Bischofskonferenz vor allem auf die vom Vatikan Ende April 2004 veröffentlichte Instruktion «Redemptionis Sacramentum» (Das Sakrament der Erlösung), die «missbräuchliche Praktiken» in Gottesdiensten scharf kritisiert.
(wim/sda)