Was feierte man wirklich 3 Tage nach der Kreuzigung?

Die Ewige Religion

Geschrieben von Ahmet am 25. März 2005 12:33:29:

Darüber wurde noch bis in das Jahr 451 n.Chr., am Konzil von Chalkedon, dem 4. ökumenisches Konzil der Römischen Kirche gestritten.

Das Konzil von Chalkedon wurde vom Ostkaiser Markian auf Geheiss Papst Leo I. einberufen. An die 600 Bischöfe nahmen an den 17 Sitzungen teil, die zwischen dem 8. Oktober und 1. November abgehalten wurden.

An jenem Konzil wurde die Lehre vom Leiden und Tod Christi am Kreuz, nach langjährigem Streit durch den Papst als Gültig erklärt. Zuvor gab es geteilte Meinungen um den Tod am Kreuz. Es gab Bischöfe, welche die Lehre vertraten, einer von Jesu Anhänger, möglicherweise Judas Ischariot oder Simon von Kyrene, sei für ihn am Kreuz gestorben. Andere vertraten die Ansicht, Jesus hatte die Kreuzigung überlebt (auferstanden = ins Leben zurückgerufen), weil er nicht wie üblich mehrere Tage am Kreuz hängen musste, sondern nach wenigen Stunden vom Kreuz genommen und in die Grabhöhle gelegt wurde. Diese Bischöfe wurden vom Konzil verurteilt und derartige Lehren exkommuniziert.

Also war im frühen Christentum bis ins 5. Jahrhundert. n.Chr. durchaus die Meinung verbreitet, dass Jesus die Kreuzigung überlebt hatte und sich noch einmal mit seinen Jüngern getroffen habe.

Kann es sein, dass das Osterfest, welches als das älteste Christliche Fest gilt, eigentlich deshalb gefeiert wurde, weil Jesus diesen Trauervollen Kreuzigungstag (Karfreitag) überlebt hatte? Kann es überhaupt zu jener Zeit eine Freude gewesen sein, dass Jesus 3 Tage nach seiner Todesstrafe in den Himmel auferstanden sein sollte?

Das Wort Auferweckung bzw. Auferstehung, in griechisch „Anastasis“ kann etymologisch gesehen (Wortherkunft) auch als „ins leben gerufen“ bzw. als „überlebt“ verstanden werden. In der Bibel kommt das Wort mehrmals vor. In einem biblischen Wunder ist ein toter Mann mit Namen Lazarus durch Hilfe von Jesus vom Tod auferstanden (Joh 11:43). Im letzten Teil aller vier Evangelien steht geschrieben, dass Jesus selbst von den Toten auferstanden sei. Heute hat das Wort „Auferstehung“ nicht mehr die gleiche Bedeutung wie damals. Aber wenn die Auferstehung bzw. Auferweckung des Lazarus als ein Wunder Jesu gesehen wird, so müsste Lazarus damals tatsächlich lebendig geworden sein. Die andere Möglichkeit wäre, dass Lazarus in den Himmel aufgefahren war. Aber wo ist dann das Wunder?

Nehmen wir aber trotzdem einmal an, dass Jesus gekreuzigt worden sei. Die Kreuzigung war die Todesstrafe der Römer. Jeder, der zum Tode verurteilt wurde, kam an das Kreuz. Und zwar mehrere Tage lang wurden die Verurteilten am Kreuz hängen gelassen, bis diese starben. Nicht so bei Jesus. Da seine Kreuzigung am Freitag vor einem jüdischen Fest (Shabatt) war, durften die gekreuzigten aus Respekt nicht über die Festtage hängen gelassen werden. Deshalb wurde Jesus nach wenigen Stunden wieder heruntergeholt und in eine Grabkammer gelegt.

Könnte es daher sein, dass Jesus die Kreuzigung überlebt hat, weil er nicht die übliche Zeit am Kreuz hängen musste? Auch in den Philippinen und anderen Orten der Erde lassen sich extreme Christen einmal jährlich auspeitschen und an das Kreuz nageln, um das Leiden Christi nachzufühlen. Die Kirche missbilligt diese Taten, unternimmt jedoch nichts dagegen. Das einzige, dass 1997 unternommen wurde ist, die Kreuzigung auf höchstens 15 Minuten zu begrenzen, während früher auf ein Zeichen des gekreuzigten gewartet wurde. Wenn heute Menschen diese Prozedur längere Zeit aushalten können, konnte denn das Jesus damals nicht auch?

Die Kirche argumentiert den Konzilentscheid von 451 n.Chr. mit dem Johannesevangelium, was als einziges Evangelium einen Lanzenstich in die Seite von Jesus beschreibt (Joh 19:34). Aus sicht der Bibelwissenschaftler kann diese griechische Bibel- Stelle genauso als sanftes Ausstechen einer mit Wasser gefüllte Schwellung verstanden werden. Denn der übliche Weg, jemanden am Kreuz zum schnellen Tod zu führen, war bei den Römern das Brechen der Beine, was bei seinen mitgekreuzigten gemacht wurde, aber bei Jesus ausgelassen wurde.

Warum ist das Johannesevangelium das einzige Evangelium, dass einen Tod mit Lanze beschreibt? Es wurde erst lange nach den ersten drei Evangelien geschrieben und die Wissenschaftler sind sich bis heute einig, dass das Johannesevangelium auch aus den drei bereits bestehenden Evangelien zusammengestellt werden konnte, und der Schreiber dieses kunstvoll mit Details bereichert haben kann. Deshalb gilt heute das Johannesevangelium nicht für alle Forscher als eine verlässliche Quelle für historische Recherchen aus der Zeit Jesu.

Nun zurück zur Frage, ob Jesus tatsächlich am Kreuz gestorben ist. Diese Antwort kann nur jeder für sich selbst beantworten. Das einzige Zeugnis, welche hinweise darauf geben kann, was tatsächlich nach der Kreuzigung passiert sein muss, findet man in unserer Bibel. Präziser in den Evangelien zu Markus, Mathäus, Lukas und Johannes. Nur wer selbst die entsprechenden Stellen liest, kann so die Antwort finden. Es war nie empfehlenswert, das anzunehmen, was die Kirche bisher vorgab. Überzeuge dich immer selbst. Das machte auch Jesus.

Frohe Ostern an alle......

Gruss
Ahmet





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