Re: Ursprung und Ziel von Religion
Geschrieben von kohle am 17. April 2005 21:34:
Als Antwort auf: Re: Ursprung und Ziel von Religion geschrieben von Emilia am 17. April 2005 16:17:
Hallo Emilia,
>Leider konnte ich Dein Buch - Schöpfung aktuell - nicht öffnen,
Der Link funktioniert, aber der Download dauert ein bischen.
>deshalb beziehe
ich mich auf Deine Beiträge.
>Zunächst ich kenne meine Erfahrungen.
>In einer Zeit, in der Begriffe wie geistiges Licht, inneres Wachstum usw.,speziell von der Esoterikszene gerne als Schlagwörter gebraucht werden,
>hat mich Dein Bezug dazu interessiert.
Deinen Bezug zur inneren Aufmerksamkeit kann ich gut nachvollziehen, weniger
Deine Definitionen aus d. ersten Beitrag.
>Ich empfinde das Leben nicht als "Quell des Kampfes", solange ich meine
Verbindung zu Gott aufrecht erhalte.
Das Buch schrieb ich vor 3 Jahren. Doch das Leben als Quell des Kampfes erlebe ich heute noch deutlicher und heftiger als ein Ringen meiner Seele nach Befreiung. Als Widerstände nenne ich dazu mal karmische Lasten wie Sexualität und Geld. Karmisch deshalb, weil es nicht nur triebhaft sondern auch gedanklich aufgebaut wird. Hingegen empfinde ich die Lebenszustände, die aus der Verbindung mit dem Geist hervorgehen, als Quell reiner, klarer Freude. Diese Freudenskraft ist keine verplemperte Energie Gottes. Sondern sie dient der Erholung meiner Persönlichkeit. Diese Freudenkraft ist letztendlich die Kraft, welche den Kampf ausficht – auf dem Boden von mir. Das empfinde ich als Gnade. So definiere ich für mich das christlich abgedroschene Wort Gnade.
>Meine Unzulänglichkeiten, Wiederstände, Ängste etc, sehe ich ein wenig ent-
spannter, als in Deinen Beitrag nachzulesen ist.
Das ist individuell wohl sehr verschieden
>Inneres Wachstum, auf welchen Weg auch immer, ist für mich ein lebenslanger
Prozess.
Ich sehe als Ziel die völlige, widerstandslose Hingabe an Gott. Das kann auch zu Lebzeiten geschehen. Meine Seele sehnt sich nach Befreiung mit Gottes Hilfe – zu Lebzeiten.
>Abgesehen davon ist Leben neben " Kampf, Angst und lernen,
auch noch Freude und Lebendigkeit. Alles hat eben seine Zeit.
Ja, selbstverständlich
>Ich denke, ein Problem unserer Zeit ist unser Egobewußtsein, auch in
religiöser Hinsicht.
Das Problem des Egobewusstseins nenne ich Selbstbehauptung. Das sind die Widerstände. Selbstenthauptung (klingt ein bischen zu hart) ist der Schlüssel zur Hingabe an Gott. Aber bitte nicht als Selbstkasteiung oder Askese verstehen. Es kann nur in Ego-Hingabe zu Gott klappen. Das Ich schafft es nicht ohne Gott.
>Oft wird eine bestimmte religiöse (spirituelle) Richtung konsumiert,
um dann gleich zur Nächsten überzugehen. Wir kreieren unser eigenes
Universum, so wie es unserem Ego gerade angenehm ist.
Und immer wieder erfuhr ich, dass diese Universen sich vom augenblicklich angenehmen ins Unangenehme verändern. Da ich selber diese Universen projiziere findet diese stete Änderung wie ein Gesetz in mir statt.
>Meine pers. wichtigsten Erfahrungen durfte ich dann machen, wenn ich von
meinen Plänen und Ansichten (so und so funktioniert die Welt...),
innerlich Abstand nehmen und loslassen konnte, um zu sehen welche Wege Gott
für mich noch offen hält.
>Das klingt vielleicht jetzt fatalistisch, ist auch nicht immer ganz einfach,
hat mich aber auf meinen Weg absolut bereichert und läßt mich wachsen.
Das klingt ganz bestimmt nicht fatal. Es kann m.E. nicht anders sein.
>Abschließend wollte ich nochmals hinzufügen, daß wahre Religiosität für mich in Alltag stattfindet.
Ja, da wo ich „hingestellt“ werde. In Verbindung mit Gott wird Religiösität schweigend verbreitet.
Alles gute
kohlchen