Tao 67, die Kraft im Mitleid

Die Ewige Religion

Geschrieben von kohle am 18. April 2005 00:02:

67 DIE KRAFT IM MITLEID

Alle Welt hält mein Tao für gross;
Und doch scheint es unbegreiflich.
Nur seine Grösse lässt es unbegreiflich scheinen.
Könnte man sich einen Begriff davon machen,
Wär' es längst schon bedeutungslos geworden.

Drei Schätze hab' ich, die stützen und schützen:
Der erste ist Mitleid.
Der zweite ist Mässigung.
Der dritte ist der Mut, nicht der Erste auf Erden zu sein.

Mit Mitleid wird man mutig;
Mit Mässigung wird man grosszügig.
Wenn man wagt, nicht der Erste auf Erden zu sein,
Wird man zum Werkzeug der Führerschaft.

Ist man nun mutig ohne Mitleid
Oder grosszügig ohne Mässigung
Oder der Erste, ohne sich zurückzuhalten,
So ist man verloren!

Mitleid siegt immer, wenn man es angreift;
Sicherheit bringt es, wenn man es hochhält.
Die Natur steht ihren Führern bei,
Indem sie sie wappnet mit Mitleid.


Gedanken hierzu:

67 „DIE KRAFT IM MITLEID“

„Alle Welt hält mein Tao für gross;
Und doch scheint es unbegreiflich.
Nur seine Grösse lässt es unbegreiflich scheinen.
Könnte man sich einen Begriff davon machen,
Wär' es längst schon bedeutungslos geworden.“

Demgegenüber werden Dogmen, Definitionen und Lehren be-griffen, ange-griffen und schließlich abge-griffen.

„Drei Schätze hab' ich, die stützen und schützen:
Der erste ist Mitleid.
Der zweite ist Mässigung.
Der dritte ist der Mut, nicht der Erste auf Erden zu sein.“

„Mit Mitleid wird man mutig;“

Die Kraft im Mitleid ist Demut. Diese Kraft wächst aus der Ego-Zerbrechung und wirkt als Sanftmut. Die Plattform ist das Mitleid mit den Ego-Gebrechen der ganzen Menschheit.

„Mit Mässigung wird man grosszügig.
Wenn man wagt, nicht der Erste auf Erden zu sein,
Wird man zum Werkzeug der Führerschaft.“

Bleibe ich dem Druck der Selbstbehauptung gegenüber neutral
Und lasse mich auf die Selbstenthauptung ein,
erst dann kann Tao begreiflich werden

„Ist man nun mutig ohne Mitleid
Oder grosszügig ohne Mässigung
Oder der Erste, ohne sich zurückzuhalten,
So ist man verloren!“

Möglicherweise für dieses Leben ist man verloren. Dieses Verlorensein prägt sich als Erfahrung für die nächste Reinkarnation ein.

„Mitleid siegt immer, wenn man es angreift;“

Mitleid ist das Resultat aller Niederlagen. Dieser unterste Umkehrpunkt ist der Eckstein für eine neues Fundament.
Wer aus dem Tod ins Leben gekehrt ist, den kann kein Tod angreifen.

„Sicherheit bringt es, wenn man es hochhält.“

Wer mit beiden Füßen auf dem Teppich des Mitleids steht, steht auf in Gewissheit.“

„Die Natur steht ihren Führern bei,
Indem sie sie wappnet mit Mitleid.“

Demut durchströmt den wiedergefundenen ur-sprünglichen Platz in der Ordnung. Sanftmut glättet Abweichungen. Liebe ist die dadurchfließende Kraft, die zur Harmonie und darüber hinaus zur Einheit strömt. Die heilige Natur drängt zur Harmonie und zerbricht alles ungerade bis ins Mark des Mitleids hinein.

Meint kohle





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