Re: Auch die Christen kannten 7 Himmel!
Geschrieben von Ahmet am 23. August 2005 22:14:13:
Als Antwort auf: Warum mehrere Himmel? geschrieben von Hermann am 18. August 2005 22:12:
Hallo Hermann,
Hermann: Du schreibst immer wieder von "Sieben Himmeln". Ausser dem Islam kennt das doch keine andere Religion? In einem Beitrag hast Du sogar das Neue Testament angesprochen. Wie kommt man darauf?
Wir können heute davon ausgehen, dass die Weltanschauung, welche sich auf die Sieben Himmeln abstützt, als die älteste Form des religiösen Glaubens zu zählen ist. Ob es wirklich immer gerade sieben Himmel an der Zahl waren, dass kann man nicht überall bestätigen, doch sind sich die meisten Religionen darin einig, dass es sieben Himmel sind.
Wenn wir einen Zeitsprung in die Vergangenheit machen (ca. 5000 v. Chr.), dann bemerken wir, dass es in der Wiege der Zivilisation, also bei den Sumerern bereits einen Höchsten Himmel gab, der von sieben Wächtern bewacht wurde. Im höchsten Himmel war „AN“, der Schöpfer und Hochgott zu Hause. Wer den höchsten Himmel erreichen wollte, der musste sich zuerst vor den sieben Wächtern (der Unterhimmeln, bzw. Unterwelten) behaupten. Nach heutigem Stand der Wissenschaft, waren die Sumerer die ersten Menschen, die ein Alphabet zum schreiben entwickelten, welches man Keilschrift nennt. Den Schöpfer- und Hochgott „AN“ stellten sie als Stern dar.
Gegen 3800 v. Chr. entstanden zahlreiche weitere Mythen, welche den Schöpfergott vor den neuen Herrschern (Götter) in den Hintergrund geraten liess. Es gab zwar noch immer den Glauben an mehrere Himmel und den Schöpfer, doch wurden sie je nach Herrscher anders dargestellt. „AN“ wurde bei den späteren Sumerern nun mehr Innana bzw. Innini genannt. Auch die Babylonier und Assyrer pflegten diesen Kult weiter und nannten den Hochgott Ischtar. Noch später entstand die Bezeichnung Athar (im arabischen Raum), Astar (in Abessinien) und Ashtart (in Kanaan), Ahura (in Pakistan).
Um 2700 v. Chr. war bei den Ägyptern genauso der Glaube verbreitet, dass AmuN, der Schöpfer allen Lebens, sich als Richter im höchsten Himmel befand und dort die Herzen der Menschen in Waagschalen gewogen und danach gerichtet werden. Bis man jedoch zum höchsten Himmel gelangte, mussten auch dort vorab sieben Richter durchlaufen werden. Über diese Darstellung gibt es ein Papyrusbild, welches als „Totengericht“ bekannt wurde. Die Ägypter glaubten, dass mit der Seele auch der Körper in den nächsten Himmel steigen würde. Später wurde der Schöpfergott „Amun Re“ genannt.
Unabhängig davon entwickelte sich am Punjab, im heutigen Pakistan die Vedische Kultur (ca. 1800 v.Chr.). Auch dessen heilige Schrift, die Rigveda enthält Texte, welche den höchsten Himmel beschreiben. Erst später, also ca. 600 v. Chr. wurde erstmals die Reinkarnation (in der gleichen Form wiedergeboren) schriftlich festgehalten, die dann auch diese „Mehrere Himmel- Lehre“ ins wanken brachte.
Auch die Semitische Religion (Vorgänger der Juden) wie auch der Zoroastrismus kannten mehrere Himmel. Die Avesta und Thora sprechen immer wieder von Himmeln (Mehrzahl). Auch in der Bibel (Interlinear-Bibel und Elberfelder Bibel) spricht Jesus von Himmeln (in Mehrzahl). Im Neuen Testament wird im Korinther sogar der 3. Himmel erwähnt, was wiederum aufzeigt, dass auch bei den Ur-Christen dieser Glaube selbstverständlich war.
Korinther 12.2 Ich weiß von einem Menschen in Christus, daß er vor vierzehn Jahren - ob im Leib, weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es -, daß dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde.
Es ist zwar sehr gekürzt, aber ich hoffe, ich konnte Dir aufzeigen, dass nicht nur der Islam an diesem Glauben teilhat, sondern u.a. auch die ursprünglichen Christen.
Gruss
Ahmet