Re: es gibt keinen Sohn Gottes!
Geschrieben von Andi am 21. Februar 2006 11:41:
Als Antwort auf: es gibt keinen Sohn Gottes! geschrieben von Hans am 20. Februar 2006 17:21:
Hallo Gast (schade, dass Du Deinen Namen nicht genannt hast)
>In der Bibel steht kein Wort darüber wie ich mich zu einer Persönlichkeit entwickle. Das ist aber das Hauptthema meines Lebens. Sie handelt von Menschen in einem fernen Land, von einer fremden Kultur, von Geschichten, die sich vor langer, langer Zeit zugetragen haben sollen. Es bleibt mir also nichts anderes übrig als selbst zu denken, um mein Leben in dieser Zeit und in diesem Land zu meistern.
Ich sehe in der Bibel ein Art "Anleitung fürs Leben". Zweifelsfrei stammen ja einige Grundsätze unserer Gesellschaft (Nächstenliebe etc) aus diesm Buch (bzw. Büchern). Ich bin überzeugt davon, daass die Bibel einem auf sehr viele Fragen im eigenen Leben Antwort gibt und daher sehr wohl an der Entwicklung der Persönlichkeit mitgestalten kann.
>Das Christentum war die intoleranteste Religion aller Zeiten. Dieses Problem beginnt leider mit Jesus, der alle in die Hölle schickt, die ihn nicht als Sohn Gottes anerkennen wollen. Was hätte er wohl mit diesen "störrischen Ungläubigen" gemacht wenn er wirkliche, irdische Macht gehabt hätte?
Nichts, denn er hat niemals jemanden einen bestimmten Glauben (oder sonst etwas) aufgezwungen. Das würde auch keinen Sinn machen, denn "Glauben" ist nicht ein theoretisches "Fürwahrhalten" sondern eine innere Herzenssache. Zu so einer Haltung kann man nur selbst kommen.
>Jesus: Selbst wenn man all die Wunder, die Jesus gewirkt haben soll, nicht glaubt, weil das kindisch ist, ist Jesus eine charismatische Persönlichkeit. Kein anderer Mensch hat es geschafft, nach einem so kurzen Leben, so viele Anhänger zu erobern; zum großen Teil ist dies aber den unchristlichen Methoden seiner Anhänger bei der Christianisierung zuzuschreiben. Ich glaube nicht, dass irgendjemand ein Sohn Gottes ist, war oder jemals sein wird. Es war um die Zeitenwende große Mode sich als Sohn Gottes auszugeben.
Warum sollte es kindisch sein daran zu glauben? Ich sehe jeden Tag Wunder auf dieser Erde, z.B. wie neues Leben entsteht (was mir kein Wissenschaftler erklären kann). Wenn ich glauben kann, dass Gott aus dem Nichts Leben schafft, fällt es mir nicht schwer zu glauben, dass Jesus kranke Menschen heilte.
>
>Augustus wurde als Sohn des Apollo verehrt; Alexander der Große nannte sich Sohn des Zeus; Tiberius Claudius Nero nannte sich selbst "Sohn Gottes"; die japanischen Kaiser wollen die Söhne der Sonnengöttin sein ....
>Ich glaube, dass das schon viele gerne gewesen wären, weil es in der Natur der starken Menschen liegt mehr sein zu wollen, als sie sind. Sie wollen sich damit Autorität verschaffen. Und ich glaube, dass normale Menschen gerne bereit sind so unvernünftige Dinge zu glauben, weil sie sich einen Gott wünschen, den sie verehren können. Ein Sohn Gottes lässt sich natürlich leichter anbeten als ein Mensch. Wenn man bedenkt, dass es schon Leute gab, die nicht nur Sohn Gottes, sondern gleich Gott selber waren (Pharaonen, römische Kaiser, Gottkönige des Orients usw.) ist Sohn-Gottes eigentlich noch gar nichts. Es gibt fast nichts was Menschen nicht glauben könnten.
Hat Augustus seinen Dienern die Füße gewaschen? Hätte Alexander der Große auf die Hilfe seiner Soldaten verzichtet, wäre er angegriffen/verhaftet worden? Sind Pharaonen mit dem Abschaum der damaligen Gesellschaft zum Essen gegangen?
Es ist eine Sache, sich als Sohn Gottes zu bezeichnen (bzw. bezeichnen zu lassen), aber etwas vollkommen anderes, auch so zu leben.
>Das Christentum der katholischen Kirche hat mit Jesus soviel zu tun, wie ein Palast mit einer Hütte. Sie nennen sich Christen, aber sie sind keine Christen. Sie berufen sich auf Christus, aber machen sich ihre eigene Moral. Ihre größte Sorge gilt ihrem Profit und ihrer Rente. Es stört sie nicht, dass Jesus das Gegenteil forderte.
>Die wahren Christen, die das Ideal der Armut gelebt haben, einige protestantische Sekten, sind von der heiligen, katholischen Kirche verfolgt und vernichtet worden. Das Schlimme ist, dass die Christen aus dem Foltertod Jesu nichts gelernt haben, sondern im Gegenteil in seinem Namen wieder Gerechte gefoltert, verfolgt und ermordet haben.
Hierin stimme ich Dir zu 100% zu. Mich macht das sehr traurig und manchmal auch wütend, was "im Namen Christi" so alles fabriziert bzw. gerechtfertigt wird. Zum Glück muss man aber nicht auf Menschen hören, wenn man erkennen will, wer Jesus wirklich war.
>Die Religionen wären heute noch so intolerant wie früher, wenn sie nicht an Macht verloren hätten. Die Christen verhalten sich heute vor allem deswegen christlicher, weil sie durch die Aufklärung (Freimaurerei) zur Vernunft gebracht worden sind. Sie können es sich nicht mehr erlauben Falschgläubige zu verfolgen. Toleranz ist nicht durch die Religionen in die Welt gekommen, sondern durch Menschen die an ihren gesunden Menschenverstand geglaubt haben. Der sagt nämlich, dass Menschen mit verschiedenen Denkweisen nur dann friedlich mit- oder nebeneinander leben können, wenn sie gegenseitige Toleranz üben. Jedem vernünftigen Menschen muss klar sein, dass ein Zusammenleben in einer modernen Gesellschaft ohne Toleranz nicht möglich ist; aber weder Jesus , und schon gar nicht die Christen waren tolerant. Das ist ein Problem bis heute.
Das Problem besteht meiner Ansicht nach eher in einer falschen Definition des Begriffs "Toleranz". Nur wer eine eigene feste Meinung hat, kann auch andere Meinungen tolerieren. Wenn es kein richtig und falsch gibt, gibt es auch keine Toleranz. Hierzu möchte ich Dir folgenden kurzen Artikel empfehlen:
http://www.dctb.de/fun02_6e.htm
Viele Grüße
Andi