Gott
Geschrieben von Egon am 16. April 2001 00:53:07:
Hallo Leute,
Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung diverser älterer Beiträge von mir in unterschiedlichen Foren über die Symbolik des Teufel. Das etwas kürzere Original liegt unter:
Falls sich jemand für derartige Überlegungen zur Analyse der symbolischen Ebene von Mythen (inkl. Bibel) interessiert oder gar weiterführende Informationen, Anmerkungen, sachliche Kritik oder Korrekturen hat, so würde ich mich über eMails freuen an elias@everymail.net
Falls jemand das alles für Spinnerei hält, soll er seine Meinung einfach für sich behalten ;-)
Grundlegend für das Verständnis des Textes ist die Kreuz-Symbolik mit den Vier Elementen der Alchimie. Da ich hier nicht regelmäßig poste, möchte ich daher erst einmal auf diese Kreuzes-Symbolik eingehen:
Oben:
Feuer-empfangen-Theologie/Mystik-Inspiration
Querbalken:
Luft-denken-Philosophie-Weisheit,
Wasser-fühlen-Kunst/Ästhetik-Schönheit/Liebe
Unten:
Erde-handeln,forschen-Naturwissenschaft/Handwerk-Erkenntnis/Erfahrung
(Aus der Alchimie ist eine veränderte Kreuzes-Symbolik überliefert, wo der vertikale Balken mit Feuer und Wasser besetzt ist und der horizontale mit Wasser und Erde. Ich beziehe mich aber generell auf obige Anordnung)
In der Astronomie ist das aufrechte Kreuz im Kreis seit ewigen Zeiten das Symbol des Planeten Erde, lange schon bevor Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Diese Symbolik hat sich sehr lange erhalten und existiert so sogar noch heute.
Aus der Antike kennen wir eine stark erweiterte Kreuzessymbolik. Das Kreuz war noch immer das Symbol der Welt, nun aber in mehrfacher Weise. Das Kreuz zeigt in vier Richtungen, die auf einer Karte durchaus mit den vier Himmelsrichtungen vergleichbar sind. Man glaubte auch, daß die Welt aus vier Ebenen (Elementen) bestand, die pyhsische (Erde), die seelische (Wasser), die geistige (Luft) und die göttliche (Feuer). Diese Symbolik durchzieht die antike Mythologie und auch die Bibel. Man soll sich die Erde untertan manchen. Es wird mit Wasser getauft, Jesus wandelt auf dem Wasser, er gebietet den Winden (Luft) und Johannes der Täufer spricht von dem, der kommen wird und der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen (wie man erkennt, eine Verdoppelung des Symbols). Aus dem Kreis als Symbol der Erde wird der Begriff „Erdkreis“, Das lateinische Wort für Kreis „Orbis“ finden wir heute noch im Papstsegen Urbi et Orbi (Stadt und Kreis). Der Kreis symbolisiert auch hier die Welt.
Schon im Mitraskult, der älter als das Christentum ist, gab es ein Abendmahl und die Kommunion fand statt zum Gedächtnis an eine letzte Mahlzeit des Meisters mit den Seinen. Die Hostien trugen ein Kreuzzeichen. Wieder begegnet uns der Kreis in Form der Hostie mit dem Kreuz. Besonders für die frühen Christen war das eine Herausforderung. Der Mitraskult erschien geradezu wie eine Verhöhnung des Christentums, wie eine schlechte Kopie. Doch er war älter! Wir haben heute keine Probleme damit, daß viele andere heidnische Symbole ins Christentum integriert wurden, wie etwa der Hase und das Ei zum Frühlingsfest für die Göttin Eostrae, das heute sogar noch seinen heidnischen Namen „Ostern“ hat. Aber dieses zentrale Symbol der Christenheit als Übernahme eines älteren heidnischen Symbols bringt Christen schon in Erklärungsnot. Das Problem des christlichen Kreuzes verstärkt sich noch dadurch, daß das Hinrichtungsinstrument der Römer aussah wie ein großes T. Warum sollte man den Querbalken mühevoll in der Mitte anbringen, wenn man ihn einfach oben drauf legen kann und die Fixierung hier viel einfacher ist?
Man kann also davon ausgehen, das Hinrichtungsinstrument erst in der Symbolik dem älteren Symbol angepaßt wurde, vielleicht sogar bewußt, um die ältere Symbolik zu verdrängen. Ebenso wie auf vielen heidnischen Kultstätten christliche errichtet wurden, so wurde aus dem alten heidnischen Symbol ein christliches. Übrigens ging es dem Symbol des „guten Hirten“ nicht anders.
In Irland ist noch heute das Kreuz im Kreis auf vielen Grabsteinen sichtbar. Besonders bemerkenswert ist dabei, daß die Figur im Vordergrund, also Jesus, häufig nicht wie auf christlichen Kruzifixen am Kreuz hängt, sondern mitten im Kreuz steht und die Arme ausbreitet, fast so, als ob man einen guten Freund begrüßt, den man einladen will. Da ist kein Anzeichen von Leid und Tod. Wenn man davon ausgeht, daß hier die Hinrichtung von Jesus dargestellt wird, so stimmen diese Kreuze rein optisch nicht. Wird denn wirklich die Hinrichtung gezeigt oder kann es ganz etwas anderes bedeuten?
Erinnern wir uns: Kreis und Kreuz sind Symbole der Welt. Mitten in dieser Welt steht Jesus und begrüßt uns. Er ist auf die Welt gekommen. Das Kreuz mit Jesus in der Mitte wird so zum Symbol des Reiches Gottes auf Erden.
Seit etwa einen halben Jahrtausend gibt es das Symbol des Rosenkreuzes. Am Kreuzungspunkt blüht eine Rose. Eine Rose ist bekanntlich das Symbol der Liebe und das Kreuz das Symbol der Welt. Was bedeutet also das Rosenkreuz? Die Liebe kam in die Welt!
Dieses Kreuzessymbol, daß ein Symbol der Freude ist, wurde durch das Kirchen-Christentum ersetzt durch das Symbol des leidenden Jesus ersetzt. So wurde nicht die Freude zum zentralen Symbol der Christenheit, sondern das Leid. In diesem Sinne ist die heutige Kreuzessymbolik eine Pervertierung des ursprünglichen Symbols.
Soweit zur Einleitung über das Kreuz. Nun gehts gleich hart zur Sache.
Fällt eine Analogie auf zwischen folgenden zwei Zitaten:
Mose 1: 3,14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: .... Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang.
Offenbarung 12,9 Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen.
In beiden Fällen wird die Schlange an die Erde gebunden. Da stellt sich natürlich die Frage: Ist das die gleiche Geschichte und Symbolik oder nicht? Gibt es einen Zusammenhang?
Wenn es einen Zusammenhang gibt, wenn es also die gleiche Geschichte ist, dann müssen wir davon ausgehen, daß sich die Offenbarung nicht auf ein zukünftiges Ereignis bezieht, sondern auch auf den selben großen Mythos.
Nun, ich habe den Zusammenhang rausgefunden. Gestern habe ich meine Texte aus dem Forum über Teufel und Satan mal etwas neu zusammengestellt und gegliedert (hänge ich mal hinten dran) und da fiel mir immer wieder auf, das die Position des Drachen in der Symbolik sich verschoben hat bezogen auf die Kreuzsymbolik der vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Ich stellte ganz prinzipiell zwei gegensätzliche Darstellungen in der Antike und quer durch sie Symbolik fest.
Einerseits gibt es natürlich die im Christentum populären Verbindungen des Satans mit der Erde, schließlich wird er als Herr der Erde bezeichnet, was übrigens mit der Rolle von der Schlangengöttin SATA übereinstimmt, die in der Mythologie auch auch in der Erde lebt.
Andererseits übernimmt Satan als Prüfer der Menschen eine Aufgabe für den Vater wahr, steht also auf dessen Seite, was in der Symbolik die Position des Feuers wäre, also genau der Seite der Erde gegenüber. Daß der Drachen in der Mythologie Feuer speit, dürfte auch aus dieser Symbolik stammen oder auch die Rolle des Drachen als Beschützer eines Schatzes (höheres Selbst) in den unterschiedlichen Legenden. Auch die Rolle des Drachen bzw. der Schlange als Symbol des Glücks und der Weisheit paßt irgendwie mehr zu dieser Position.
Das hat mich irgendwie gestört, daß Satan auf zwei unterschiedlichen Positionen sitzt: auf Feuer und Erde.
Und wenn einem etwas stört, wenn etwas scheinbar nicht zusammenpaßt, dann sollte man dieses Hinweis nutzen und ihm nachgehen. Zweifel und Fehler führen halt zu neuen Erkenntnissen.
Also bin ich mal diesem Hinweis nachgegangen: In diesem Zusammenhang macht natürlich die Geschichte vom Rauswurf des Satans aus dem Himmel einen Sinn und die Bindung Satans an die Erde.
Wenn wir die beiden Geschichten bei Mose und in der Offenbarung genauer untersuchen, fällt eine interessante Besonderheit auf.
In der Offenbarung hat Satan quasi die Rolle des Gewissens, was die Menschen vor Gott anklagt. Er ist der Verkläger der "Menschen" vor Gott. Wörtlich heißt es: 12,10 ... denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott.
Die ihn verworfen haben, wollen also nicht mehr verklagt werden! Wer ist also der Böse? Derjenige der sie verklagt? Oder diejenigen die verklagt werden?
Vielen Christen werden sicher die Haare zu Berge stehen, wenn ich es hier jetzt wage, Satan eine positive Rolle zuzuweisen. Später werde ich diese noch ausführlich begründen.
Bei Moses ist die Bindung der Schlange an die Erde eine Folge der Tatsache, daß der Mensch vom Baum der Erkenntnis genascht hat.
Was hat Erkenntnis nun damit zu tun, daß man das Gewissen an die Erde bindet?
Ich komme mal zurück auf das alte Beispiel vom Apfel. In die abstrakte Idee des Apfels auf der Ebene der Ideen kann man nicht reinbeißen. Wenn man diese Erfahrung machen will, so braucht man auf der Ebene der Materie das materielle Spiegelbild dieser abstrakten Idee des Apfels, nämlich den realen Apfel. Im realen Apfel auf der Ebene der Materie wir die abstrakte Idee des Apfels sinnlich erfahrbar. Neben der Erfahrbarkeit des Apfels haben wir natürlich hier noch eine viel größere Vielfalt von angenehmen und unagenehmen Erfahrungen, die ohen die rale Welt nur theoretisch blieben.
Der Mensch hat sich also dazu entschlossen in den Apfel der Erkenntnis zu beißen und damit auch all die anderen Mühsale der realen Welt auf sich genommen, inkl. der Angst vor dem Tod, weil das Leben auf der Erde eben tatsächlich begrenzt ist.
Es ist daher keine Lüge, als Gott den Menschen sagte: denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben (Mose 1 2,17). Leid und Tod ist eben tatsächlich eine Konsequenz aus dem Weg der Erkenntnis, für den wir durch die (tote) Materie gehen müssen.
Durch die Spiegelung der Welt des Geistes in die Welt der Materie hält natürlich die Materie dem Geist einen Spiegel vor. Auch uns Menschen hält diese Welt einen Spiegel vor und übernimmt damit die Rolle des Anklägers.
Ganz augenscheinlich erleben wir dieses Funktion bei der Umweltverschmutzung, wo uns unsere Welt uns zeigt, wie wir mit ihr umgehen. Die Materie übernimmt damit die Funktion des Verklägers der Menschen. Sie wird damit zum Gewissen der Menschen.
Damit dürfte die Symbolik vom Übergang der Schlange, also Satans, also unseres Gewissens von der Position Feuer auf die Position Erde erklärt sein.
Wenn wir ein Blatt Papier nehmen und die Postionen Geist und Materie jeweils als einen Punkt zeichnen und zwar Geist=Feuer oben und Materie unten und wenn wir dann beide Punkte verbinden, dann haben wir einen senkrechten Strich. Wenn wir nun in der Mitte des Strichs einen Querbalken zeichnen, der die Welt des Geistes von der Welt der Materie trennt, dann haben wir damit die Symmetrie-Achse, an der sich Geist und Materie berührt. Das ist die Ebene unseres Fühlens (Wasser) und Denkens (Luft). Damit wären wir wieder bei der Kreuzessymbolik der vier Elemente.
Oben die Welt des geistes und sein Spiegelbild, die Materie.
"Wie oben, so unten" lautet einer der Grundsätze der Esoterik.
(Wenn man nun aus der Mutter (=Materie) des Menschensohns eine Himmelskönigin macht, so haben wir hier wieder eine Doppelbesetzung. Wenn diese dann in der Sybolik der Schlange (=dem Gewissen) den Kopf zertritt, sehe ich das eher weniger positiv)
Nun noch der Text von gestern, in dem ich meine bisherigen Postings über Teufel und Satan zusammengefügt habe, was letztendlich die bislang ausschließlich negative Sicht auf beide deutlich korrigiert.
Ich hoffe, daß mich jetzt keiner deshalb für verrückt hältst oder gar für
einen Satanisten. Ich stelle nur fest, daß dem Satan bzw. dem Teufel
ziemliches Unrecht getan wird, indem man sie verteufelt.
Ich prangere diese Verteufelung an, indem ich sage, daß man
sie zu Unrecht für die Bösen hält. Im Gegensatz dazu würde ein Satanist
das Böse lieben, was man dem Teufel anhängt, bzw. er würde die Macht lieben, die man über das Böse erhalten kann. Ich möchte nur ganz klar darstellen, daß ich damit nicht auf der Seite des Satanismus stehe.
Wenn ich Satan und Teufel verteidige, so leugne ich damit übrigens auch
nicht das Böse selbst. Ich sehe es aber ganz eindeutig woanders, nämlich genau
hinter der Organisation, die über die Jahrhunderte hinweg alles Leid auf der
Erde dem Satan oder dem Teufel in die Schuhe schob, aber für das meiste Unheil
selbst verantwortlich war. Damit entlarve ich den Glauben an den bösen Teufel
als eine Propagandalüge dieser Macht, um vom wirklich Bösen auf dieser Welt
abzulenken: von Kreuzzügen und Inquisition, von Glaubenskriegen und Verfolgungen, vor Intoleranz und Scheinheiligkeit.
Wenn man den Teufel rein optisch betrachtet, so erkennt man in ihm den
griechischen Hirtengott Pan wieder, ein Faun (Naturgeist) der ebenfalls Hörner
hatte und im Gegensatz zum Teufel Ziegenbeine statt einem Pferdefuß. Das
sogenannte Böse ist also wieder einmal nicht anderes, als der Gott einer älteren
Religion, der vom Christentum verteufelt wurde.
Satan wird hingegen immer mit dem Drachen bzw. mit der Schlange in
Verbindung gebracht. Interessanterweise ist der Drachen auch ein Symbol der Weisheit und die Schlange im Paradies heißt auf häbraisch "Die, die
entziffern kann". Auch sonst ist die Schlange in vielen antiken Kulten eher
positiv besetzt, sogar regelrecht ein heiliges Tier und bekommt ihren
negativen Beigeschmack erst über das Christentum.
Bei Satan stieß ich auf die ägyptische Schlangengöttin SATA, die in der
Unterwelt lebte. Der Sonnengott Ra, der tagsüber von Osten nach Westen zog, kehrte auf dem Rückweg durch die Unterwelt bei SATA ein und schob mit ihre eine
flotte Nummer. Sata ist damit zwar ein Gegenpart von Ra, aber von einem Wiedersacher ist da noch keine Spur.
Ich erkenne in dieser Vereinigung von Ra und Sata die Vereinigung von Geist
und Materie. Quer durch die Bibel zieht sich diese Polarität von Geist und
Matierie, die uns immer wieder begegnet mit ganz unterschiedlichen Begriffen:
Geist - Materie
Feuer - Erde
Vater - Mutter
Abel - Kain
Himmel - Erde
Licht - Finsternis
Leben - Tod
Man könnte noch ergänzen aus der Platonschen Gedankenwelt
Ideen - Dinge
abstrakt - konkret
In der Symbolik des Hexagramms wird genau diese Verbindung von Geist und
Materie dargestellt.
Das Hexagramm entsteht durch die Überlagerung zweier gleichseitiger
Dreiecke, von denen eines nach oben und eines nach unten zeigt, also eines zur Erde und eines zum Himmel bzw. Geist und Materie bzw. Männlich
und Weiblich. Das Dreieck mit der Spitze nach unten steht für weiblich, kann
man sich ja als Mann auch ganz leicht merken. ;-)))) (Erninnert ans Schamdreieck)
Männlich wird mit dem Geistigen Aspekt gleichgesetzt uns Weiblich für den
Materiellen. So wird Gott eben als Vater bezeichnet und die Materie enthält
schon rein sprachlich das Wort Mater=Mutter. Überhaupt gibt es auch im Deutschen
mit dem Begriff Mutterboden einen Hinweis auf diesem Zusammenhang.
Somit wird das Hexagram zum Symbol für die Vereinigung von Geist und Materie in der Welt und im Menschen.
Aber das Symbol ist schon sehr alt (schon in der Bronze-Zeit benutzt) und im
Laufe der Zeit haben sich etliche Nebenbedeutungen ergeben. So gibt es fast
nichts, was nicht schon in dieses Symbol reingedeutet wurde.
Vielleich wird man als Frau von dieser Deutung anfangs nicht so angetan sein, denn man hat schließlich in dieser Kultur ein Leben lang gelernt den Geist
über die Materie zu stellen und die Materie als böse oder schädlich zu
definiren und wer hat schon gerne diesen bösen und niederen Part. So setzen sich
auch die Erlösungsreligionen immer das Ziel, die Materie zu überwinden. Ich
glaube, das Unwohlsein an der Interpretation kommt durch die übernommenen
"männlichen" Bewertung der Begriffe, denn die Interpretation selbst ist an sich
noch wertfrei. Es geht hier nur um die Vereinigung zweier Prinzipien, nicht
darum eines als besser oder schlechter darzustellen. Die Verachtung des
Materiellen und Irdischen und der Wunsch die materielle Welt hinter sich zu lassen, wie er durch die Erlösungsreligionen gepredigt wird, führt
überhaupt erst zu dieser Wertung.
Aber auch wenn ich nachschlage in "Das geheime Wissen der Frauen" und "Die
geheimen Symbole der Frauen" von Barbara Walker, dann hört sich das prinzipiell recht ähnlich an. Hier wird ein Ursprung in Indien erwähnt mit einer
Symbolik der sexuellen Vereinigung zwischen der Göttin Kali (das nach unten
weisende Dreieck) und dem Gott Shiva (das nach oben weisende Dreieck), "denn man
glaubte daß diese Vereinigung das Leben im Universum aufrecht erhalte".
Im tantrischen Hindiusmus symbolisiert das nach unten weisende Dreieck das
schon vor der Erschaffung der Weld existierende weibliche Urbild oder Yoni
Yantra. Das nach oben zeigende vertritt das Männnliche, den Lingam. Als
Personifizierung des Yantra galt Bindumati. Sie beherrscht die Naturgewalten. (also das Materielle!).
In der Kabbala repräsentiert das Symbol die Vereinigung Gottes mit seiner Weiblichen Kraft Schechina.
(Sind keine wörtlichen Zitate. Ich habe die Aussagen sinngemäß zusammengefäßt. Sind im Original zwei Seiten.)
In den Erlösungreligionen ist von dieser Vereinigung keine Spur mehr sondern
es wird aber immer ein ewiger Kampf des Geistes gegen Materie gepredigt und
somit ist es kein Wunder wenn innerhalb des römischen Christentums sowohl das
Weibliche (-> Zölibat) als auch das Materielle (-> Armut) verachtet bzw. untergeordnet wird.
Inzwischen mußte ich erkennen, daß die spirituell motivierte Flucht aus der
Materie ein Fehler ist. Man kann die Materie nicht besiegen, denn sie ist eine Seite von uns und sie hat einen Sinn!
Ich muß dabei immer an das Beispiel mit Kind denken, das mit Bauklötzchen
spielt und daran die ganz elementaren Prinzipen der Statik lernt. Wenn ein
Erwachsener ihm nun sagen würde "Sieh her, Erwachsene spielen nicht mit
Bauklötzchen, also du mußt jetzt deinen Trieb besiegen, mit Bauklötzchen zu spielen" dann würde das Kind vielleicht versuchen, das Verhalten des
Erwachenen zu imitieren, aber es würde sich auch um die Erfahrung
bringen. Wenn der Erwachsene keine Bauklötzchen mehr braucht, kann man nicht den Umkehrschluß daraus ziehen, daß man erwachsen wird, wenn man seine Bauklötzchen wegwirft.
Der Geist braucht die Materie, denn an ihr lernt er! Deshalb wird der Geist die Materie nie besiegen können.
Der Prozeß des Lernens ist blockiert, wenn man dem Geist die Materie wegnimmt. Aber er ist auch blockiert, wenn man sich an die Materie kettet und den Geist in der Materie vergräbt.
An diesen zwei Wegen des Unheils sieht man auch die Polarität Klerus und Konsum.
Auf der einen Seite der Klerus, der sagt: Überwinde das Materielle! (aber es
selbst nicht schaft ;-)
Auf der anderen Seite der Konsum, der sagt: Lebe für das Materielle! (was
aber zu auf Dauer auch nicht befriedigt, weil die Frage nach dem Sinn unbeantwortet bleibt)
Beide Wege sind falsch! Richtig wäre: Nutze die Materie für deinen Geist. Beide anderen Wege führen ins Verderben. Und der Zustand in der Welt ist eine Folge beider Irrwege. Mir fällt jedenfalls so sponatan kein Unheil auf dieser Erde ein, was nicht auf einen der beiden Irrwege direkt oder indirekt zurückzuführen ist.
So neu ist die Idee übrigens nicht. Schon Buddha predigte den mittleren Weg, nachdem er beide Seiten dieser Polarität erlebt hat. Ursprünglich lebte er
in einem Palast (Materie) und dann als Asket (im Kampf gegen die Materie).
Ich habe hier schon mehrfach über die symbolische Ebene der Bibel geschrieben: da gibt es einerseits das Prinzip des Vaters, der mit dem geistigen Prinzip gleichgesetzt wird und andererseits das Prinzip der Mutter, die mit dem materiellen (Mater=Mutter!) Prinzip gleichgesetzt wird.
Es heißt "Du sollst Vater und Mutter ehren" und das bezieht sich ganz sicher
nicht nur auf die leiblichen Eltern, denn das würde sicher nicht erklären, warum man dadurch selber lange lebt auf Erden.
Die Dreifaltigkeit müßte also heißen "Vater-Kind-Mutter", symbolisch für
"Geist-Bewustsein-Materie", aber der weibliche/materielle Aspekt wurde getilgt und so entstand eine rein männliche Dreifaltigkeit und die Verachtung des
materiellen bzw. weiblichen. (Wieder Zölibat und Armut)
Und mit dieser Verteufelung der materiellen, also weltlichen Seite wurde auch der inzwischen vermännlichte Herr der Welt gleich mit verteufelt: Satan.
Ich glaube diese Verbindung von Geist UND Materie (mit starker Betonung auf
dem UND) ist das, worum es eigentlich geht und was in den alten Überlieferungen ganz unterschiedliche Namen fand. Ich muß in diesem Zusammenhang immer wieder an diese alte Schlangengöttin SATA denken, die nach dem Glauben der Ägypter in der Unterwelt lebte und wo der Sonnengott Ra des Nacht verweilte, sich sogar sexuell mit ihre vereinte, wenn er nach der Dämmerung wieder nach Osten zurück kehrte. Aber damals war SATA in den Augen der Menschen nicht böse, die Unterwelt nicht ein Ort der Verdammten, SATA nicht ein Gegner des Sonnengottes. Geist und Materie waren im Einklang miteinander.
Die Vorstellung von Satan änderte sich aber im Laufe der Zeit:
Aus der Schlange als Symbol der Weisheit und der Schlangengöttin Sata als
Bewohnerin der Erde wurde über den Satan als den Herrn der Welt und über die
Vorstellung von Satan als Ankläger der Menschen vor Gott als Richter
schließlich der Satan als Wiedersacher Gottes.
Gerade wenn man die Vorstellung des Satan aus dem Buch Hiob betrachtet, so
kann man hier zwischen Satan und Gott keine Feindschaft erkennen. Ganz im
Gegenteil: Satan prüft Hiob im Auftrag Gottes. Hier hat aber Satan schon eine
ganz andere Bedeutung. Er ist nicht mehr der weibliche Gegenpart zum Sonnegott
und noch nicht der Feind Gottes. Er hat eher die Aufgabe eines Prüfers, der
für Gott die Menschen prüft. In seiner Rolle als Prüfer und Ankläger
symbolisiert er das Gewissen der Menschen, das die bösen Seiten aufdeckt, aber dadurch nicht selbst böse ist, aber trotzdem manchmal ziemlich stört.
Das Gewissen kann auch anklagen. Vor unserem Gewissen haben wir uns zu
verantworten. Mit unserem Gewissen prüfen wir unser Handeln, auch und gerade in
Krisensituationen. Derjenige, der uns prüft ist nicht böse, aber er ist streng.
In der Bibel steht auch, daß es Leute gab, die nicht mehr geprüft werden
wollten. ... denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte
Tag und Nacht vor unserm Gott. Bei Offenbarung 12,10 steht eben auch, wer das
ist: Satan.
Viele Menschen mögen ihn nicht, denn sie verwecheln den, der auf die
Schandtaten hinweist mit dem der für die Schandtaten verantwortlich ist. Sie
verwechseln den Ankläger mit dem Beschuldigten und trotzig beschuligen sie dann
wiederum selbst den Ankläger.
Das Gewissen ist nicht böse, weil es uns anklagt. Das Gewissen kann uns
sogar ein Freund sein.
Nun zum Teufel
Das Wort Teufel besteht aus Teu, was soviel bedeutet wie Zwei (vgl. engl. Two) und fel, das vom Wortstamm mit Falte verwand ist.
Heute kennen wir noch Begriffe wie Einfältig, Dreifaltigkeit oder Vielfalt. Die
Zweifalt als Begriff kennen wir in Form der Worte Zweifel und Teufel. Was ist
nun Zweifalt bzw Zweifältigkeit? Es gibt Situationen, die eine zweite Seite
haben. Ein Medikament hat beispielsweise eine Nebenwirkung. Das ist das
teuflische (die zweite Seite) an dem Medikament. Durch Betrachtung dieser zweiten Seite bekommen wir "Zweifel", ob wir das Medikament schlucken sollen. Zweifel kommen auch auf, wenn wir uns zwischen ZWEI Wegen entscheiden müssen. Die Konsequenz, wenn wir uns für einen Weg entscheiden, ist, daß wir den anderen nicht gegen. Das ist die zweite Seite unserer Entscheidung, die wir zu treffen haben und auch hier ist es eben ganz normal, daß man Zweifel hat. Interessant ist hier auch ein Begriff, der im Dialekt überlebt hat: "Pfui Deibel". Von der Lautverschiebung liegt Deibel exakt zwischen Diabolo und Teufel.
Zum Thema Teufel=Zweifel als die zweite manchmal eher unangenehme zweite
Seite einer Sache, als die unerwünschte Nebenwirkung: Da gibt es im deutschen
die Redewendung, daß etwas eine Pferdefuß hat. Der Zusammenhang war also in
früheren Zeiten den Menschen sehrwohl bewußt. Ich habe mal versucht, dem Wort
diabolus nachzugehen, also der lateinischen Urform von diabolo, wobei Urform
auch nicht so richtig stimmt, denn es ist wiederum nur ein Lehnwort aus dem
Griechischen. Schon im Lateinischen hat diabolus aber denn Sinn Teufel. Es setzt
sich zusammen aus Dia und bolus. Die Vorsilbe Dia hat unterschiedliche
Bedeutungen wie: neben, zweit aber auch entgegen. Bolus ist ein Wurfgeschoß oder
auch ein Wurfspiel. Unser Ball hat hier seinen sprachlichen Ursprung, auch
Bowling. Es wurde aber auch gebracht im Sinne von einem "guten Wurf" bzw. einem
Gewinn. Mögliche wörtliche Übersetzungen wären somit: Nebenwurf, Gegengewinn, Nebengewinn, ... Ich denke also, daß ich mit Nebenwirkung als wörtliche
Übersetzung gar nicht so falsch liege.
Zu der Nachsilbe Fel von Teufel habe ich noch was gefunden.
Das Fel mit unserem Wort Falte verwand ist, habe ich schon geschrieben.
Nur die Menschen damals stellten sich unter einer Felte etwas anderes vor,
nämlich etwas, was wir heute als Saum bezeichnen würden, wo ja auch der Stoff
gefaltet wird. Durch die Faltung am Saum liegt der Stoff dort doppelt bis
mehrfach, hat also mehrere Schichten. Vielfaltigkeit kann man also mit
Vielschichtigkeit gleichsetzen. Der Einfältige hat somit keine tieferliegenden Schichten, sondern nur die oberflächlich sichtbare. Die Zweifalt (=Zweifel, =Teufel) ist die zweite Schicht, das was man nicht an der Oberfläche sieht, das
Verborgene, der Schatten, die Nebenwirkung, die zweite Seite alles Polaren, der Gegenpol.
Auch Jesus hatte Zweifel: Versuche mal in folgendem Text, das Wort Teufel und Versucher durch Zweifel zu ersetzen. Du wirst sehen: Hier werden die
eigenen Zweifel (=Versuchungen) auf einen Teufel außerhalb der eigenen Person
projiziert, so als würden sie von außen an ihn herangetragen.
Jesu Versuchung nach Matthäus
4,1 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel
versucht würde. 4,2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte,
hungerte ihn. 4,3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes
Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. 4,4 Er aber antwortete und
sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.» 4,5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne
des Tempels 4,6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab;
denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl
geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an
einen Stein stößt.» 4,7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch
geschrieben : «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» 4,8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 4,9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 4,10 Da sprach Jesus zu
ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben: «Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.» 4,11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.
Zweifel zu haben ist übrigens nicht schlimm. Ganz im Gegenteil!!!!
Der Preis für die Mehrzelligkeit war der Tod.
Der Preis für das Nervensystem war der Schmerz.
Der Preis für das Bewustsein war die Angst.
Und der Preis für die Fähigkeit zur Erkenntnis war der Zweifel.
Wenn man den Zweifel nicht zuläßt, dann läßt man damit auch keine Erkenntnis zu, denn neue Erkenntnisse kann man nur erreichen, wenn man an den alten zweifelt. Wenn der Zweifel nur das alte Weltbild zerstört, dann kann man tatsächlich von Zweifeln zerfressen sein. Wenn man aber in den Zweifeln einen Freund erkennt, der einen vorantreibt zu neuen Erkenntnissen, dann
kann man diese göttliche Kraft des Zweifelns sinnvoll nutzen.
Das Wort Religion wird von kirchlicher Seite von re-ligare = Rückbinden
abgeleitet. Dahinter steht die Idee, daß sich der Mensch von Gott entfernt habe
und nun sich wieder auf den Rückweg machen solle. Diese Absonderung von Gott erkennt man in dem deutschen Wort Sünde, was das Hauptwort ist zu Tätigkeitswort "sondern" im Sinne von Absondern. Für das Wort Buße steht im griechischen Original der Bibel metanoia, was eigentlich den Sinn von "Umkehr" hat. Tuet Buße heißt also: Kehrt um!
Aber diese Wortbedeutung von Religion als Rückbindung zu einem Gott, von dem
man sich abgesondert hat, ist nicht haltbar, denn in den vorchristlichen
Religionen gab es diesen Gedanken nicht, daß der Mensch zurück zu Gott müsse.
Das Wort Religio ist halt älter als das Christentum.
Wenn man im Langenscheid Wörterbuch Latein nachschaut, wie da Religio übersetzt wird, steht da etwas ganz anderes: Bedenken, Zweifel, Besorgnis und dann im positiven Sinne Gewissenhaftigkeit.
In einer Religion, die den Zweifel=Teufel nicht zuläßt, stehen also Gut und
Böse zwangsläufig auf dem Kopf. Darum ist es logisch, daß die Macht, die das größte Unheil auf der Welt angerichtet hat, vor dem Teufel=Zweifel und dem
Satan (Gewissen) und Luzifer (Vernunft) warnt, daß sie ihm sogar das Böse in die Schuhe schiebt.
Der blinde Glaube hat Angst vor dem Zweifel, weil der Zweifel ihn vernichten kann, so verteufelt er den Zweifel und verbannt ihn. Doch der Zweifel ist
freundlich und klopft immer wieder an: "Hallo Blinder Glaube, hier bin ich, ich
hätte da was für dich." Und der Blinde Glaube erstart vor Angst, vor dem der da kommt und ihn verführen will.
Der blinde Glaube hat also Angst vor dem Teufel. Aber trotzdem wird der Zweifel weiterhin freundlich anklopfen.....
Vom blinden Glauben leben die Seher. Eine Kirche, die den Menschen nicht das Sehen abnehmen würde, könnte sich nicht mehr zwischen Mensch und Gott stellen und damit den Menschen den Weg zu Gott verstellen.
Zum Abschluß noch ein kleines Gedicht, daß sich mit der sonderbaren Tatsache
beschäftigt, daß von der Kirche das größte Leid für die Menschheit ausging,
die doch stets vor dem Satan warnte.
Hätte man den Satan nicht,
würd man ihn erfinden,
denn mit diesem Bösewicht
kann man gut begründen,
daß im Kampfe gegen ihn
jedes Mittel recht ist,
weil die Welt, so wie es schien,
wegen ihm so schlecht ist.
So erschlug man mit Getöse
Hexen, Ketzer, Heiden.
Für den Kampf gegen das Böse
mußten Menschen leiden.
Vorgeblich für gute Ziele
und für Gold und Land und Macht
wurden leider viel zu viele
im Namen Gottes umgebracht.
Hallo Leute,
Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung diverser älterer Beiträge von mir in unterschiedlichen Foren über die Symbolik des Teufel. Das etwas kürzere Original liegt unter:
Falls sich jemand für derartige Überlegungen zur Analyse der symbolischen Ebene von Mythen (inkl. Bibel) interessiert oder gar weiterführende Informationen, Anmerkungen, sachliche Kritik oder Korrekturen hat, so würde ich mich über eMails freuen an elias@everymail.net
Falls jemand das alles für Spinnerei hält, soll er seine Meinung einfach für sich behalten ;-)
Grundlegend für das Verständnis des Textes ist die Kreuz-Symbolik mit den Vier Elementen der Alchimie. Da ich hier nicht regelmäßig poste, möchte ich daher erst einmal auf diese Kreuzes-Symbolik eingehen:
Oben:
Feuer-empfangen-Theologie/Mystik-Inspiration
Querbalken:
Luft-denken-Philosophie-Weisheit,
Wasser-fühlen-Kunst/Ästhetik-Schönheit/Liebe
Unten:
Erde-handeln,forschen-Naturwissenschaft/Handwerk-Erkenntnis/Erfahrung
(Aus der Alchimie ist eine veränderte Kreuzes-Symbolik überliefert, wo der vertikale Balken mit Feuer und Wasser besetzt ist und der horizontale mit Wasser und Erde. Ich beziehe mich aber generell auf obige Anordnung)
In der Astronomie ist das aufrechte Kreuz im Kreis seit ewigen Zeiten das Symbol des Planeten Erde, lange schon bevor Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Diese Symbolik hat sich sehr lange erhalten und existiert so sogar noch heute.
Aus der Antike kennen wir eine stark erweiterte Kreuzessymbolik. Das Kreuz war noch immer das Symbol der Welt, nun aber in mehrfacher Weise. Das Kreuz zeigt in vier Richtungen, die auf einer Karte durchaus mit den vier Himmelsrichtungen vergleichbar sind. Man glaubte auch, daß die Welt aus vier Ebenen (Elementen) bestand, die pyhsische (Erde), die seelische (Wasser), die geistige (Luft) und die göttliche (Feuer). Diese Symbolik durchzieht die antike Mythologie und auch die Bibel. Man soll sich die Erde untertan manchen. Es wird mit Wasser getauft, Jesus wandelt auf dem Wasser, er gebietet den Winden (Luft) und Johannes der Täufer spricht von dem, der kommen wird und der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen (wie man erkennt, eine Verdoppelung des Symbols). Aus dem Kreis als Symbol der Erde wird der Begriff „Erdkreis“, Das lateinische Wort für Kreis „Orbis“ finden wir heute noch im Papstsegen Urbi et Orbi (Stadt und Kreis). Der Kreis symbolisiert auch hier die Welt.
Schon im Mitraskult, der älter als das Christentum ist, gab es ein Abendmahl und die Kommunion fand statt zum Gedächtnis an eine letzte Mahlzeit des Meisters mit den Seinen. Die Hostien trugen ein Kreuzzeichen. Wieder begegnet uns der Kreis in Form der Hostie mit dem Kreuz. Besonders für die frühen Christen war das eine Herausforderung. Der Mitraskult erschien geradezu wie eine Verhöhnung des Christentums, wie eine schlechte Kopie. Doch er war älter! Wir haben heute keine Probleme damit, daß viele andere heidnische Symbole ins Christentum integriert wurden, wie etwa der Hase und das Ei zum Frühlingsfest für die Göttin Eostrae, das heute sogar noch seinen heidnischen Namen „Ostern“ hat. Aber dieses zentrale Symbol der Christenheit als Übernahme eines älteren heidnischen Symbols bringt Christen schon in Erklärungsnot. Das Problem des christlichen Kreuzes verstärkt sich noch dadurch, daß das Hinrichtungsinstrument der Römer aussah wie ein großes T. Warum sollte man den Querbalken mühevoll in der Mitte anbringen, wenn man ihn einfach oben drauf legen kann und die Fixierung hier viel einfacher ist?
Man kann also davon ausgehen, das Hinrichtungsinstrument erst in der Symbolik dem älteren Symbol angepaßt wurde, vielleicht sogar bewußt, um die ältere Symbolik zu verdrängen. Ebenso wie auf vielen heidnischen Kultstätten christliche errichtet wurden, so wurde aus dem alten heidnischen Symbol ein christliches. Übrigens ging es dem Symbol des „guten Hirten“ nicht anders.
In Irland ist noch heute das Kreuz im Kreis auf vielen Grabsteinen sichtbar. Besonders bemerkenswert ist dabei, daß die Figur im Vordergrund, also Jesus, häufig nicht wie auf christlichen Kruzifixen am Kreuz hängt, sondern mitten im Kreuz steht und die Arme ausbreitet, fast so, als ob man einen guten Freund begrüßt, den man einladen will. Da ist kein Anzeichen von Leid und Tod. Wenn man davon ausgeht, daß hier die Hinrichtung von Jesus dargestellt wird, so stimmen diese Kreuze rein optisch nicht. Wird denn wirklich die Hinrichtung gezeigt oder kann es ganz etwas anderes bedeuten?
Erinnern wir uns: Kreis und Kreuz sind Symbole der Welt. Mitten in dieser Welt steht Jesus und begrüßt uns. Er ist auf die Welt gekommen. Das Kreuz mit Jesus in der Mitte wird so zum Symbol des Reiches Gottes auf Erden.
Seit etwa einen halben Jahrtausend gibt es das Symbol des Rosenkreuzes. Am Kreuzungspunkt blüht eine Rose. Eine Rose ist bekanntlich das Symbol der Liebe und das Kreuz das Symbol der Welt. Was bedeutet also das Rosenkreuz? Die Liebe kam in die Welt!
Dieses Kreuzessymbol, daß ein Symbol der Freude ist, wurde durch das Kirchen-Christentum ersetzt durch das Symbol des leidenden Jesus ersetzt. So wurde nicht die Freude zum zentralen Symbol der Christenheit, sondern das Leid. In diesem Sinne ist die heutige Kreuzessymbolik eine Pervertierung des ursprünglichen Symbols.
Soweit zur Einleitung über das Kreuz. Nun gehts gleich hart zur Sache.
Fällt eine Analogie auf zwischen folgenden zwei Zitaten:
Mose 1: 3,14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: .... Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang.
Offenbarung 12,9 Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen.
In beiden Fällen wird die Schlange an die Erde gebunden. Da stellt sich natürlich die Frage: Ist das die gleiche Geschichte und Symbolik oder nicht? Gibt es einen Zusammenhang?
Wenn es einen Zusammenhang gibt, wenn es also die gleiche Geschichte ist, dann müssen wir davon ausgehen, daß sich die Offenbarung nicht auf ein zukünftiges Ereignis bezieht, sondern auch auf den selben großen Mythos.
Nun, ich habe den Zusammenhang rausgefunden. Gestern habe ich meine Texte aus dem Forum über Teufel und Satan mal etwas neu zusammengestellt und gegliedert (hänge ich mal hinten dran) und da fiel mir immer wieder auf, das die Position des Drachen in der Symbolik sich verschoben hat bezogen auf die Kreuzsymbolik der vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Ich stellte ganz prinzipiell zwei gegensätzliche Darstellungen in der Antike und quer durch sie Symbolik fest.
Einerseits gibt es natürlich die im Christentum populären Verbindungen des Satans mit der Erde, schließlich wird er als Herr der Erde bezeichnet, was übrigens mit der Rolle von der Schlangengöttin SATA übereinstimmt, die in der Mythologie auch auch in der Erde lebt.
Andererseits übernimmt Satan als Prüfer der Menschen eine Aufgabe für den Vater wahr, steht also auf dessen Seite, was in der Symbolik die Position des Feuers wäre, also genau der Seite der Erde gegenüber. Daß der Drachen in der Mythologie Feuer speit, dürfte auch aus dieser Symbolik stammen oder auch die Rolle des Drachen als Beschützer eines Schatzes (höheres Selbst) in den unterschiedlichen Legenden. Auch die Rolle des Drachen bzw. der Schlange als Symbol des Glücks und der Weisheit paßt irgendwie mehr zu dieser Position.
Das hat mich irgendwie gestört, daß Satan auf zwei unterschiedlichen Positionen sitzt: auf Feuer und Erde.
Und wenn einem etwas stört, wenn etwas scheinbar nicht zusammenpaßt, dann sollte man dieses Hinweis nutzen und ihm nachgehen. Zweifel und Fehler führen halt zu neuen Erkenntnissen.
Also bin ich mal diesem Hinweis nachgegangen: In diesem Zusammenhang macht natürlich die Geschichte vom Rauswurf des Satans aus dem Himmel einen Sinn und die Bindung Satans an die Erde.
Wenn wir die beiden Geschichten bei Mose und in der Offenbarung genauer untersuchen, fällt eine interessante Besonderheit auf.
In der Offenbarung hat Satan quasi die Rolle des Gewissens, was die Menschen vor Gott anklagt. Er ist der Verkläger der "Menschen" vor Gott. Wörtlich heißt es: 12,10 ... denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott.
Die ihn verworfen haben, wollen also nicht mehr verklagt werden! Wer ist also der Böse? Derjenige der sie verklagt? Oder diejenigen die verklagt werden?
Vielen Christen werden sicher die Haare zu Berge stehen, wenn ich es hier jetzt wage, Satan eine positive Rolle zuzuweisen. Später werde ich diese noch ausführlich begründen.
Bei Moses ist die Bindung der Schlange an die Erde eine Folge der Tatsache, daß der Mensch vom Baum der Erkenntnis genascht hat.
Was hat Erkenntnis nun damit zu tun, daß man das Gewissen an die Erde bindet?
Ich komme mal zurück auf das alte Beispiel vom Apfel. In die abstrakte Idee des Apfels auf der Ebene der Ideen kann man nicht reinbeißen. Wenn man diese Erfahrung machen will, so braucht man auf der Ebene der Materie das materielle Spiegelbild dieser abstrakten Idee des Apfels, nämlich den realen Apfel. Im realen Apfel auf der Ebene der Materie wir die abstrakte Idee des Apfels sinnlich erfahrbar. Neben der Erfahrbarkeit des Apfels haben wir natürlich hier noch eine viel größere Vielfalt von angenehmen und unagenehmen Erfahrungen, die ohen die rale Welt nur theoretisch blieben.
Der Mensch hat sich also dazu entschlossen in den Apfel der Erkenntnis zu beißen und damit auch all die anderen Mühsale der realen Welt auf sich genommen, inkl. der Angst vor dem Tod, weil das Leben auf der Erde eben tatsächlich begrenzt ist.
Es ist daher keine Lüge, als Gott den Menschen sagte: denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben (Mose 1 2,17). Leid und Tod ist eben tatsächlich eine Konsequenz aus dem Weg der Erkenntnis, für den wir durch die (tote) Materie gehen müssen.
Durch die Spiegelung der Welt des Geistes in die Welt der Materie hält natürlich die Materie dem Geist einen Spiegel vor. Auch uns Menschen hält diese Welt einen Spiegel vor und übernimmt damit die Rolle des Anklägers.
Ganz augenscheinlich erleben wir dieses Funktion bei der Umweltverschmutzung, wo uns unsere Welt uns zeigt, wie wir mit ihr umgehen. Die Materie übernimmt damit die Funktion des Verklägers der Menschen. Sie wird damit zum Gewissen der Menschen.
Damit dürfte die Symbolik vom Übergang der Schlange, also Satans, also unseres Gewissens von der Position Feuer auf die Position Erde erklärt sein.
Wenn wir ein Blatt Papier nehmen und die Postionen Geist und Materie jeweils als einen Punkt zeichnen und zwar Geist=Feuer oben und Materie unten und wenn wir dann beide Punkte verbinden, dann haben wir einen senkrechten Strich. Wenn wir nun in der Mitte des Strichs einen Querbalken zeichnen, der die Welt des Geistes von der Welt der Materie trennt, dann haben wir damit die Symmetrie-Achse, an der sich Geist und Materie berührt. Das ist die Ebene unseres Fühlens (Wasser) und Denkens (Luft). Damit wären wir wieder bei der Kreuzessymbolik der vier Elemente.
Oben die Welt des geistes und sein Spiegelbild, die Materie.
"Wie oben, so unten" lautet einer der Grundsätze der Esoterik.
(Wenn man nun aus der Mutter (=Materie) des Menschensohns eine Himmelskönigin macht, so haben wir hier wieder eine Doppelbesetzung. Wenn diese dann in der Sybolik der Schlange (=dem Gewissen) den Kopf zertritt, sehe ich das eher weniger positiv)
Nun noch der Text von gestern, in dem ich meine bisherigen Postings über Teufel und Satan zusammengefügt habe, was letztendlich die bislang ausschließlich negative Sicht auf beide deutlich korrigiert.
Ich hoffe, daß mich jetzt keiner deshalb für verrückt hältst oder gar für
einen Satanisten. Ich stelle nur fest, daß dem Satan bzw. dem Teufel
ziemliches Unrecht getan wird, indem man sie verteufelt.
Ich prangere diese Verteufelung an, indem ich sage, daß man
sie zu Unrecht für die Bösen hält. Im Gegensatz dazu würde ein Satanist
das Böse lieben, was man dem Teufel anhängt, bzw. er würde die Macht lieben, die man über das Böse erhalten kann. Ich möchte nur ganz klar darstellen, daß ich damit nicht auf der Seite des Satanismus stehe.
Wenn ich Satan und Teufel verteidige, so leugne ich damit übrigens auch
nicht das Böse selbst. Ich sehe es aber ganz eindeutig woanders, nämlich genau
hinter der Organisation, die über die Jahrhunderte hinweg alles Leid auf der
Erde dem Satan oder dem Teufel in die Schuhe schob, aber für das meiste Unheil
selbst verantwortlich war. Damit entlarve ich den Glauben an den bösen Teufel
als eine Propagandalüge dieser Macht, um vom wirklich Bösen auf dieser Welt
abzulenken: von Kreuzzügen und Inquisition, von Glaubenskriegen und Verfolgungen, vor Intoleranz und Scheinheiligkeit.
Wenn man den Teufel rein optisch betrachtet, so erkennt man in ihm den
griechischen Hirtengott Pan wieder, ein Faun (Naturgeist) der ebenfalls Hörner
hatte und im Gegensatz zum Teufel Ziegenbeine statt einem Pferdefuß. Das
sogenannte Böse ist also wieder einmal nicht anderes, als der Gott einer älteren
Religion, der vom Christentum verteufelt wurde.
Satan wird hingegen immer mit dem Drachen bzw. mit der Schlange in
Verbindung gebracht. Interessanterweise ist der Drachen auch ein Symbol der Weisheit und die Schlange im Paradies heißt auf häbraisch "Die, die
entziffern kann". Auch sonst ist die Schlange in vielen antiken Kulten eher
positiv besetzt, sogar regelrecht ein heiliges Tier und bekommt ihren
negativen Beigeschmack erst über das Christentum.
Bei Satan stieß ich auf die ägyptische Schlangengöttin SATA, die in der
Unterwelt lebte. Der Sonnengott Ra, der tagsüber von Osten nach Westen zog, kehrte auf dem Rückweg durch die Unterwelt bei SATA ein und schob mit ihre eine
flotte Nummer. Sata ist damit zwar ein Gegenpart von Ra, aber von einem Wiedersacher ist da noch keine Spur.
Ich erkenne in dieser Vereinigung von Ra und Sata die Vereinigung von Geist
und Materie. Quer durch die Bibel zieht sich diese Polarität von Geist und
Matierie, die uns immer wieder begegnet mit ganz unterschiedlichen Begriffen:
Geist - Materie
Feuer - Erde
Vater - Mutter
Abel - Kain
Himmel - Erde
Licht - Finsternis
Leben - Tod
Man könnte noch ergänzen aus der Platonschen Gedankenwelt
Ideen - Dinge
abstrakt - konkret
In der Symbolik des Hexagramms wird genau diese Verbindung von Geist und
Materie dargestellt.
Das Hexagramm entsteht durch die Überlagerung zweier gleichseitiger
Dreiecke, von denen eines nach oben und eines nach unten zeigt, also eines zur Erde und eines zum Himmel bzw. Geist und Materie bzw. Männlich
und Weiblich. Das Dreieck mit der Spitze nach unten steht für weiblich, kann
man sich ja als Mann auch ganz leicht merken. ;-)))) (Erninnert ans Schamdreieck)
Männlich wird mit dem Geistigen Aspekt gleichgesetzt uns Weiblich für den
Materiellen. So wird Gott eben als Vater bezeichnet und die Materie enthält
schon rein sprachlich das Wort Mater=Mutter. Überhaupt gibt es auch im Deutschen
mit dem Begriff Mutterboden einen Hinweis auf diesem Zusammenhang.
Somit wird das Hexagram zum Symbol für die Vereinigung von Geist und Materie in der Welt und im Menschen.
Aber das Symbol ist schon sehr alt (schon in der Bronze-Zeit benutzt) und im
Laufe der Zeit haben sich etliche Nebenbedeutungen ergeben. So gibt es fast
nichts, was nicht schon in dieses Symbol reingedeutet wurde.
Vielleich wird man als Frau von dieser Deutung anfangs nicht so angetan sein, denn man hat schließlich in dieser Kultur ein Leben lang gelernt den Geist
über die Materie zu stellen und die Materie als böse oder schädlich zu
definiren und wer hat schon gerne diesen bösen und niederen Part. So setzen sich
auch die Erlösungsreligionen immer das Ziel, die Materie zu überwinden. Ich
glaube, das Unwohlsein an der Interpretation kommt durch die übernommenen
"männlichen" Bewertung der Begriffe, denn die Interpretation selbst ist an sich
noch wertfrei. Es geht hier nur um die Vereinigung zweier Prinzipien, nicht
darum eines als besser oder schlechter darzustellen. Die Verachtung des
Materiellen und Irdischen und der Wunsch die materielle Welt hinter sich zu lassen, wie er durch die Erlösungsreligionen gepredigt wird, führt
überhaupt erst zu dieser Wertung.
Aber auch wenn ich nachschlage in "Das geheime Wissen der Frauen" und "Die
geheimen Symbole der Frauen" von Barbara Walker, dann hört sich das prinzipiell recht ähnlich an. Hier wird ein Ursprung in Indien erwähnt mit einer
Symbolik der sexuellen Vereinigung zwischen der Göttin Kali (das nach unten
weisende Dreieck) und dem Gott Shiva (das nach oben weisende Dreieck), "denn man
glaubte daß diese Vereinigung das Leben im Universum aufrecht erhalte".
Im tantrischen Hindiusmus symbolisiert das nach unten weisende Dreieck das
schon vor der Erschaffung der Weld existierende weibliche Urbild oder Yoni
Yantra. Das nach oben zeigende vertritt das Männnliche, den Lingam. Als
Personifizierung des Yantra galt Bindumati. Sie beherrscht die Naturgewalten. (also das Materielle!).
In der Kabbala repräsentiert das Symbol die Vereinigung Gottes mit seiner Weiblichen Kraft Schechina.
(Sind keine wörtlichen Zitate. Ich habe die Aussagen sinngemäß zusammengefäßt. Sind im Original zwei Seiten.)
In den Erlösungreligionen ist von dieser Vereinigung keine Spur mehr sondern
es wird aber immer ein ewiger Kampf des Geistes gegen Materie gepredigt und
somit ist es kein Wunder wenn innerhalb des römischen Christentums sowohl das
Weibliche (-> Zölibat) als auch das Materielle (-> Armut) verachtet bzw. untergeordnet wird.
Inzwischen mußte ich erkennen, daß die spirituell motivierte Flucht aus der
Materie ein Fehler ist. Man kann die Materie nicht besiegen, denn sie ist eine Seite von uns und sie hat einen Sinn!
Ich muß dabei immer an das Beispiel mit Kind denken, das mit Bauklötzchen
spielt und daran die ganz elementaren Prinzipen der Statik lernt. Wenn ein
Erwachsener ihm nun sagen würde "Sieh her, Erwachsene spielen nicht mit
Bauklötzchen, also du mußt jetzt deinen Trieb besiegen, mit Bauklötzchen zu spielen" dann würde das Kind vielleicht versuchen, das Verhalten des
Erwachenen zu imitieren, aber es würde sich auch um die Erfahrung
bringen. Wenn der Erwachsene keine Bauklötzchen mehr braucht, kann man nicht den Umkehrschluß daraus ziehen, daß man erwachsen wird, wenn man seine Bauklötzchen wegwirft.
Der Geist braucht die Materie, denn an ihr lernt er! Deshalb wird der Geist die Materie nie besiegen können.
Der Prozeß des Lernens ist blockiert, wenn man dem Geist die Materie wegnimmt. Aber er ist auch blockiert, wenn man sich an die Materie kettet und den Geist in der Materie vergräbt.
An diesen zwei Wegen des Unheils sieht man auch die Polarität Klerus und Konsum.
Auf der einen Seite der Klerus, der sagt: Überwinde das Materielle! (aber es
selbst nicht schaft ;-)
Auf der anderen Seite der Konsum, der sagt: Lebe für das Materielle! (was
aber zu auf Dauer auch nicht befriedigt, weil die Frage nach dem Sinn unbeantwortet bleibt)
Beide Wege sind falsch! Richtig wäre: Nutze die Materie für deinen Geist. Beide anderen Wege führen ins Verderben. Und der Zustand in der Welt ist eine Folge beider Irrwege. Mir fällt jedenfalls so sponatan kein Unheil auf dieser Erde ein, was nicht auf einen der beiden Irrwege direkt oder indirekt zurückzuführen ist.
So neu ist die Idee übrigens nicht. Schon Buddha predigte den mittleren Weg, nachdem er beide Seiten dieser Polarität erlebt hat. Ursprünglich lebte er
in einem Palast (Materie) und dann als Asket (im Kampf gegen die Materie).
Ich habe hier schon mehrfach über die symbolische Ebene der Bibel geschrieben: da gibt es einerseits das Prinzip des Vaters, der mit dem geistigen Prinzip gleichgesetzt wird und andererseits das Prinzip der Mutter, die mit dem materiellen (Mater=Mutter!) Prinzip gleichgesetzt wird.
Es heißt "Du sollst Vater und Mutter ehren" und das bezieht sich ganz sicher
nicht nur auf die leiblichen Eltern, denn das würde sicher nicht erklären, warum man dadurch selber lange lebt auf Erden.
Die Dreifaltigkeit müßte also heißen "Vater-Kind-Mutter", symbolisch für
"Geist-Bewustsein-Materie", aber der weibliche/materielle Aspekt wurde getilgt und so entstand eine rein männliche Dreifaltigkeit und die Verachtung des
materiellen bzw. weiblichen. (Wieder Zölibat und Armut)
Und mit dieser Verteufelung der materiellen, also weltlichen Seite wurde auch der inzwischen vermännlichte Herr der Welt gleich mit verteufelt: Satan.
Ich glaube diese Verbindung von Geist UND Materie (mit starker Betonung auf
dem UND) ist das, worum es eigentlich geht und was in den alten Überlieferungen ganz unterschiedliche Namen fand. Ich muß in diesem Zusammenhang immer wieder an diese alte Schlangengöttin SATA denken, die nach dem Glauben der Ägypter in der Unterwelt lebte und wo der Sonnengott Ra des Nacht verweilte, sich sogar sexuell mit ihre vereinte, wenn er nach der Dämmerung wieder nach Osten zurück kehrte. Aber damals war SATA in den Augen der Menschen nicht böse, die Unterwelt nicht ein Ort der Verdammten, SATA nicht ein Gegner des Sonnengottes. Geist und Materie waren im Einklang miteinander.
Die Vorstellung von Satan änderte sich aber im Laufe der Zeit:
Aus der Schlange als Symbol der Weisheit und der Schlangengöttin Sata als
Bewohnerin der Erde wurde über den Satan als den Herrn der Welt und über die
Vorstellung von Satan als Ankläger der Menschen vor Gott als Richter
schließlich der Satan als Wiedersacher Gottes.
Gerade wenn man die Vorstellung des Satan aus dem Buch Hiob betrachtet, so
kann man hier zwischen Satan und Gott keine Feindschaft erkennen. Ganz im
Gegenteil: Satan prüft Hiob im Auftrag Gottes. Hier hat aber Satan schon eine
ganz andere Bedeutung. Er ist nicht mehr der weibliche Gegenpart zum Sonnegott
und noch nicht der Feind Gottes. Er hat eher die Aufgabe eines Prüfers, der
für Gott die Menschen prüft. In seiner Rolle als Prüfer und Ankläger
symbolisiert er das Gewissen der Menschen, das die bösen Seiten aufdeckt, aber dadurch nicht selbst böse ist, aber trotzdem manchmal ziemlich stört.
Das Gewissen kann auch anklagen. Vor unserem Gewissen haben wir uns zu
verantworten. Mit unserem Gewissen prüfen wir unser Handeln, auch und gerade in
Krisensituationen. Derjenige, der uns prüft ist nicht böse, aber er ist streng.
In der Bibel steht auch, daß es Leute gab, die nicht mehr geprüft werden
wollten. ... denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte
Tag und Nacht vor unserm Gott. Bei Offenbarung 12,10 steht eben auch, wer das
ist: Satan.
Viele Menschen mögen ihn nicht, denn sie verwecheln den, der auf die
Schandtaten hinweist mit dem der für die Schandtaten verantwortlich ist. Sie
verwechseln den Ankläger mit dem Beschuldigten und trotzig beschuligen sie dann
wiederum selbst den Ankläger.
Das Gewissen ist nicht böse, weil es uns anklagt. Das Gewissen kann uns
sogar ein Freund sein.
Nun zum Teufel
Das Wort Teufel besteht aus Teu, was soviel bedeutet wie Zwei (vgl. engl. Two) und fel, das vom Wortstamm mit Falte verwand ist.
Heute kennen wir noch Begriffe wie Einfältig, Dreifaltigkeit oder Vielfalt. Die
Zweifalt als Begriff kennen wir in Form der Worte Zweifel und Teufel. Was ist
nun Zweifalt bzw Zweifältigkeit? Es gibt Situationen, die eine zweite Seite
haben. Ein Medikament hat beispielsweise eine Nebenwirkung. Das ist das
teuflische (die zweite Seite) an dem Medikament. Durch Betrachtung dieser zweiten Seite bekommen wir "Zweifel", ob wir das Medikament schlucken sollen. Zweifel kommen auch auf, wenn wir uns zwischen ZWEI Wegen entscheiden müssen. Die Konsequenz, wenn wir uns für einen Weg entscheiden, ist, daß wir den anderen nicht gegen. Das ist die zweite Seite unserer Entscheidung, die wir zu treffen haben und auch hier ist es eben ganz normal, daß man Zweifel hat. Interessant ist hier auch ein Begriff, der im Dialekt überlebt hat: "Pfui Deibel". Von der Lautverschiebung liegt Deibel exakt zwischen Diabolo und Teufel.
Zum Thema Teufel=Zweifel als die zweite manchmal eher unangenehme zweite
Seite einer Sache, als die unerwünschte Nebenwirkung: Da gibt es im deutschen
die Redewendung, daß etwas eine Pferdefuß hat. Der Zusammenhang war also in
früheren Zeiten den Menschen sehrwohl bewußt. Ich habe mal versucht, dem Wort
diabolus nachzugehen, also der lateinischen Urform von diabolo, wobei Urform
auch nicht so richtig stimmt, denn es ist wiederum nur ein Lehnwort aus dem
Griechischen. Schon im Lateinischen hat diabolus aber denn Sinn Teufel. Es setzt
sich zusammen aus Dia und bolus. Die Vorsilbe Dia hat unterschiedliche
Bedeutungen wie: neben, zweit aber auch entgegen. Bolus ist ein Wurfgeschoß oder
auch ein Wurfspiel. Unser Ball hat hier seinen sprachlichen Ursprung, auch
Bowling. Es wurde aber auch gebracht im Sinne von einem "guten Wurf" bzw. einem
Gewinn. Mögliche wörtliche Übersetzungen wären somit: Nebenwurf, Gegengewinn, Nebengewinn, ... Ich denke also, daß ich mit Nebenwirkung als wörtliche
Übersetzung gar nicht so falsch liege.
Zu der Nachsilbe Fel von Teufel habe ich noch was gefunden.
Das Fel mit unserem Wort Falte verwand ist, habe ich schon geschrieben.
Nur die Menschen damals stellten sich unter einer Felte etwas anderes vor,
nämlich etwas, was wir heute als Saum bezeichnen würden, wo ja auch der Stoff
gefaltet wird. Durch die Faltung am Saum liegt der Stoff dort doppelt bis
mehrfach, hat also mehrere Schichten. Vielfaltigkeit kann man also mit
Vielschichtigkeit gleichsetzen. Der Einfältige hat somit keine tieferliegenden Schichten, sondern nur die oberflächlich sichtbare. Die Zweifalt (=Zweifel, =Teufel) ist die zweite Schicht, das was man nicht an der Oberfläche sieht, das
Verborgene, der Schatten, die Nebenwirkung, die zweite Seite alles Polaren, der Gegenpol.
Auch Jesus hatte Zweifel: Versuche mal in folgendem Text, das Wort Teufel und Versucher durch Zweifel zu ersetzen. Du wirst sehen: Hier werden die
eigenen Zweifel (=Versuchungen) auf einen Teufel außerhalb der eigenen Person
projiziert, so als würden sie von außen an ihn herangetragen.
Jesu Versuchung nach Matthäus
4,1 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel
versucht würde. 4,2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte,
hungerte ihn. 4,3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes
Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. 4,4 Er aber antwortete und
sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.» 4,5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne
des Tempels 4,6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab;
denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl
geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an
einen Stein stößt.» 4,7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch
geschrieben : «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» 4,8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 4,9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 4,10 Da sprach Jesus zu
ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben: «Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.» 4,11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.
Zweifel zu haben ist übrigens nicht schlimm. Ganz im Gegenteil!!!!
Der Preis für die Mehrzelligkeit war der Tod.
Der Preis für das Nervensystem war der Schmerz.
Der Preis für das Bewustsein war die Angst.
Und der Preis für die Fähigkeit zur Erkenntnis war der Zweifel.
Wenn man den Zweifel nicht zuläßt, dann läßt man damit auch keine Erkenntnis zu, denn neue Erkenntnisse kann man nur erreichen, wenn man an den alten zweifelt. Wenn der Zweifel nur das alte Weltbild zerstört, dann kann man tatsächlich von Zweifeln zerfressen sein. Wenn man aber in den Zweifeln einen Freund erkennt, der einen vorantreibt zu neuen Erkenntnissen, dann
kann man diese göttliche Kraft des Zweifelns sinnvoll nutzen.
Das Wort Religion wird von kirchlicher Seite von re-ligare = Rückbinden
abgeleitet. Dahinter steht die Idee, daß sich der Mensch von Gott entfernt habe
und nun sich wieder auf den Rückweg machen solle. Diese Absonderung von Gott erkennt man in dem deutschen Wort Sünde, was das Hauptwort ist zu Tätigkeitswort "sondern" im Sinne von Absondern. Für das Wort Buße steht im griechischen Original der Bibel metanoia, was eigentlich den Sinn von "Umkehr" hat. Tuet Buße heißt also: Kehrt um!
Aber diese Wortbedeutung von Religion als Rückbindung zu einem Gott, von dem
man sich abgesondert hat, ist nicht haltbar, denn in den vorchristlichen
Religionen gab es diesen Gedanken nicht, daß der Mensch zurück zu Gott müsse.
Das Wort Religio ist halt älter als das Christentum.
Wenn man im Langenscheid Wörterbuch Latein nachschaut, wie da Religio übersetzt wird, steht da etwas ganz anderes: Bedenken, Zweifel, Besorgnis und dann im positiven Sinne Gewissenhaftigkeit.
In einer Religion, die den Zweifel=Teufel nicht zuläßt, stehen also Gut und
Böse zwangsläufig auf dem Kopf. Darum ist es logisch, daß die Macht, die das größte Unheil auf der Welt angerichtet hat, vor dem Teufel=Zweifel und dem
Satan (Gewissen) und Luzifer (Vernunft) warnt, daß sie ihm sogar das Böse in die Schuhe schiebt.
Der blinde Glaube hat Angst vor dem Zweifel, weil der Zweifel ihn vernichten kann, so verteufelt er den Zweifel und verbannt ihn. Doch der Zweifel ist
freundlich und klopft immer wieder an: "Hallo Blinder Glaube, hier bin ich, ich
hätte da was für dich." Und der Blinde Glaube erstart vor Angst, vor dem der da kommt und ihn verführen will.
Der blinde Glaube hat also Angst vor dem Teufel. Aber trotzdem wird der Zweifel weiterhin freundlich anklopfen.....
Vom blinden Glauben leben die Seher. Eine Kirche, die den Menschen nicht das Sehen abnehmen würde, könnte sich nicht mehr zwischen Mensch und Gott stellen und damit den Menschen den Weg zu Gott verstellen.
Zum Abschluß noch ein kleines Gedicht, daß sich mit der sonderbaren Tatsache
beschäftigt, daß von der Kirche das größte Leid für die Menschheit ausging,
die doch stets vor dem Satan warnte.
Hätte man den Satan nicht,
würd man ihn erfinden,
denn mit diesem Bösewicht
kann man gut begründen,
daß im Kampfe gegen ihn
jedes Mittel recht ist,
weil die Welt, so wie es schien,
wegen ihm so schlecht ist.
So erschlug man mit Getöse
Hexen, Ketzer, Heiden.
Für den Kampf gegen das Böse
mußten Menschen leiden.
Vorgeblich für gute Ziele
und für Gold und Land und Macht
wurden leider viel zu viele
im Namen Gottes umgebracht.