Re: freier Wille

Die Ewige Religion

Geschrieben von Ahmet am 19. Juli 2001 22:01:36:

Als Antwort auf: freier Wille geschrieben von muktidasa am 16. Juli 2001 16:08:39:

Hallo Franz
Danke für den Eintrag im Gästebuch.

>> Deine Arbeit im Internet finde ich sehr gut.

danke....

>> Ich würde Dich gerne etwas fragen: Glaubst Du an einen persönlichen Gott, und wenn ja, wie wirst Du mit dem Theodizeeproblem fertig?

Nein, ich glaube nicht an einen Gott in Person. Gott ist für mich unbeschreibbar, unsichtbar, vollkommen und bereits ewig bestehend. Was das Theodizeeproblem betrifft, glaube ich, dass wir mit unserem freien Willen Entscheidungen treffen können und dabei von Gott geprüft werden. Ich glaube somit auch an die Individualität des Menschen. Jeder Mensch geht seinen Weg, der aber von Gott vorbestimmt ist. Unter Vorbestimmung verstehe ich, dass jedes Individuum z.B. geographisch, kulturell eine vorbestimmte Anlaufstelle von Gott bekam und mit dieser Bestimmung seinen Weg fortfahren und dabei beeinflussen kann.

Beispiel: Warum wurde ich in Europa geboren und nicht in Afrika? Das ist für mich die Vorbestimmung Gottes.

>> Daß man Gott nicht mit dem winzigen Verstand erkennen kann sondern eher mit dem Herzen, glaube ich auch. Es gibt da eine Sache, die mir in letzter Zeit zu denken gibt und die vielleicht ein Beitrag zur Diskusion von Wissenschaft und Glaube ist, ich habe das auch ins Forum geschrieben: Ein gewisser Libet hat experimentell bewiesen, daß der Gedanke zuerst im Gehirn ist, bevor er ins Bewusstsein kommt, und damit die Unfreiheit des Willens dokumentiert. Das widerspricht aber dem religiösen Weltbild.

Das wiederspricht zwar unserem heutigen religiösen Weltbild, aber nicht den heiligen Schriften. Die Thora und der Koran enthalten den Grundgedanken von Benjamin Libet, das das Schicksal des Menschen vorbestimmt ist. Ich denke Benjamin Libet hat die Idee auch aus diesen Schriften entnommen und wollte diese wiederlegen. Was mich aber nicht anspricht, ist seine Interpretation, dass wir deswegen nur Marionetten sind und Schuld und Unschuld damit an Gott abschieben dürfen. Als ich das in den heiligen Schriften gelesen hatte kam ich auf die oben genannte Schicksal-Vorbestimmung.

>> Wenn es aber nun eine erwiesene Wahrheit ist, wie kann man dann einfach vom Gegenteil überzeugt sein? Ich finde angesichts dessen kein Argument gegen die Determination. Vielleicht weisst Du eines?

Wie sähe den deiner Meinung nach das Gegenteil aus?

Mit lieben Grüssen
Ahmet






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