Re: Evolution? Natur? Weltordnung? Gott?

Ursprünge der Religionen

Geschrieben von Jack am 12. April 2000 01:33:43:

Als Antwort auf: Evolution? Natur? Weltordnung? Gott? geschrieben von Ahmet am 10. April 2000 21:24:15:


>Die Art Mensch hat die Aufgabe, bewusst (mit Bewusstsein) zu Handeln, damit diese Weltordnung nicht verloren geht. Den Gott gab dem Menschen alles, was Gott geschaffen hat (gem. sehr alten heiligen Schriften). Der Mensch soll darüber Herrschen, wobei dieses Wort "herrschen" im alten Orient als führen oder lenken verstanden wurde. So, wie es schon die Aborigines aus Australien taten. Es war typisch für die Völker jener Zeit, dass sie nur das von der Natur holten, was sie auch später erneut holen konnten (nicht schädigte).
>Gruss
>Ahmet

Das sehe ich anders. Die Art Mensch hatte lediglich das Glück, vor den anderen Arten in den Genuss des Bewusstseins zu kommen bzw. günstige biologische Voraussetzungen, wie z.B. eine enorme Anpassungsfähigkeit und sehr gut einsetzbare Hände. So haben wir (Abkömmlinge des Homo Erectus ?) uns ausbreiten können und jede Katastrophe überlebt.
Waren die Neandertaler etwa ihren tierischen Konkurrenten überlegen? Diese Art Mensch ist ausgestorben, aufgrund der genetischen Nachteile. Aber sie hatten alles, was uns ausmacht. Bewusstsein, Intelligenz, aufrechten Gang, Emotionen, ... Die Eiszeit mit den damit verbundenen Problemen haben sie nicht überlebt.

Wieso sollte die Menschheit dazu geschaffen worden sein, die Weltordnung zu bewahren? Dagegen sprechen allein schon die gravierenden Schwächen, die uns zu einem schädigenden Verhalten zwingen.
Im Gegensatz zu den Tieren sind wir nicht in der Lage, ohne Hilfsmittel zu überleben. Ohne die Entdeckung des Feuers würden wir immer noch im Winter frieren, mit ungeeigneten Zähnen Fleisch zerkauen und keine vernünftigen Jagdwerkzeuge herstellen können. Nicht umsonst wohnen wir in Häusern, benutzen mechanische Fortbewegungsmittel und technische Konstruktionen, um die beschränkte körperliche Kraft zu steigern.

Das Argument von den so "umweltbewussten" Völkern kann mich nicht überzeugen, denn es gibt genausoviele Völker, die zu aller Zeit der Natur das Maximale entnehmen wollten. Indianer haben in einer Welt des "Überflusses" gelebt und konnten ihre Bedürfnisse zum grössten Teil mit der Jagd decken, aufgrund der geringen Anzahl und einem nicht-sesshaften Lebenswandel ohne gravierende Eingriffe in die Natur.
Die Normannen konnten darauf keine Rücksicht nehmen, denn in einer wenig fruchtbaren Welt mit harten Wintern muss man alles nehmen, was sich verwerten lässt. Ein Wal nährte eine Sippe für längere Zeit, unzählige tote Seehundbabies gaben gutes Fleisch und Felle. Aber mit ihren Schiffen und dem Stand der Technik konnte niemand die Fisch- oder Walpopulation ernsthaft gefährden, so mussten stets einige auswandern.

Ich bin weder gegen den Umweltschutz noch gegen das Recht auf Leben. Dennoch sollten wir uns nichts vormachen und nur die edlen Züge der Menschheit in das Rampenlicht rücken. Hätten die Löwen dieselbe Stufe der Evolution erreicht, würden sie nicht anders handeln und ihr Wohl über das der anderen Rassen stellen.

Es stimmt, wir sind dazu bestimmt, die Erde zu beherrschen. Aber eine "lenkende" Menschheit würde sich ins eigene Fleisch schneiden, wie soll man 6-7 Milliarden Menschen ohne schädigende Eingriffe in die Natur ernähren und jedem die gleichen Rechte gewähren? Dazu müssen wir lästige Konkurrenten dezimieren, riesige Fabriken hochziehen und alle anderen Bewohner des Planeten in unsreren Dienst stellen, wie die Pflanzen, Nutztiere und Bakterien.

Jack




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