Re: Vegetarier, Bolzenschuss oder Schächten?
Geschrieben von Ahmet am 08. Februar 2002 19:18:57:
Als Antwort auf: Re: Warum sollten auch Christen kein Blut essen? geschrieben von mukti am 16. Januar 2002 23:09:42:
Hallo Mukti
Du hast hier ein sehr interessantes und aktuelles Thema zwischen dem „Wort Gottes“ und der „Erfindung des Menschen“ angeschnitten. Es ist sehr heikel darüber zu diskutieren, da keine Beweise vorhanden sind. Tatsache ist, dass die Bibel das Schächten von wiederkäuenden Tieren befürwortet. Und der Bolzenschuss eine Erfindung des Menschen seit dem 19. Jahrhundert ist. Nun welche Methode ist wirklich die richtige? Kann man das überhaupt sagen?
>> Das Schächten ist ein entsetzlicher Brauch, warum nicht einfach Vegetarier sein?
Vegetarier sein ist sicherlich eine gute Lösung. Aber keine Langfristige für die Menschheit. Wenn die Menschheit überleben soll, dann darf die Natur nicht vom Menschen bestimmt werden. Der Mensch ist nun mal von Natur aus ein „Allesesser“. Und dank den tierischen Proteinen auch ein Mensch geworden. Die Lösung ist nicht der ewige Verzicht auf Fleisch, sondern die Achtung darauf, wenig Fleisch zu verzehren und zum Fleisch das Gemüse als Beilage nicht zu vergessen. Warum wird gerade das Schächten als entsetzlich gesehen? Ist der Bolzenschuss nicht auch entsetzlich?
>> Warum die Tiere für unsere Gaumenfreuden so sehr leiden lassen?
Die Religionen, die das Schächten im Alltag kennen sorgen sich merkwürdigerweise viel mehr um das Tier, das geopfert werden soll. Die Tiere werden behutsam auf ihre Aufgabe vorbereitet. Der Respekt wird bis zum Ende des Lebens dem Tier gegenüber gezeigt. Eine Ausnahme ist das industrielle (maschinelle) Schächten. Dies ist aber der kleinste Anteil unter den fast 4 Mia Menschen, die nur das Schächten als Schlachtmethode kennen. Leider kennen und hören wir in den Medien und Propaganda der westlichen Welt nur von dieser maschinellen Variante. Diese finde ich auch entsetzlich. Aber der einfache Bauer, der sein Tier schächtet, gibt dem Tier ein ganz anderes Gefühl. Wer es richtig macht, schächtet kein Tier dass Angst hat.
>> Auch der Schutz des tierischen Lebens wird wohl im Sinne Gottes sein.
Der Islam, das Judentum, der Hinduismus, die Stammesreligionen, und die Tierschützer aus diesen Kulturkreisen vertreten die Meinung, dass eine nach den Regeln des Islam bzw. des Judentums sachgerecht und professionell durchgeführte Schächtung ohne Betäubung die "humanste", tierfreundlichste und beste Schlachtmethode überhaupt ist und dass dem Tier hierbei weniger Schmerzen und Leiden zugefügt werden, als bei der erst seit wenigen Jahren üblichen Schlachtung mit Betäubung. Der Islam kennt, wie das Judentum und das Christentum eine Verantwortung des Menschen für das Tier als Geschöpf, dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen ist und dem nicht grundlos Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt werden dürfen. Der Islam geht in seinem Tierschutzgedanken sogar noch weiter und verbietet nicht nur die körperliche Mißhandlung, sondern er verbietet auch die psychische und ethische Mißhandlung und selbst die verbale Abwertung eines Tieres.
>> Kann Er (Gott) denn wollen, dass wir täglich unzählige Tiere grausam abschlachten, obwohl dies nicht nötig ist?
Nein, das ist nicht Gottes Wille. Gott gab uns bestimmte Regeln, die in der Bibel und anderen göttlichen Schriften zu finden sind. Wenn diese Regeln gehalten würden, gäbe es deine Aussage „täglich unzählige Tiere abschlachten“ gar nicht mehr. Es gäbe viel weniger Tieropfer und vor allem wäre es ein Bewusstes Ritual. Vielleicht müsste man es wieder wie in der Steinzeit tun....
Gruss
Ahmet
>> Mukti