Weihnachten und Ostern - Heidentum pur

Die Ewige Religion

Geschrieben von Taube am 21. Dezember 2002 09:58:35:

Die meisten Mitglieder der Institutionen Evangelisch oder Katholisch sucht man während des Jahres vergeblich in ihren Kirchen. Nur mehr acht Prozent der Bevölkerung besuchen regelmäßig einen Sonntagsgottesdienst - obwohl auf dem Papier noch immer zwei Drittel der Deutschen einer der Groß-Kirchen angehören. Nur der Weihnachtstag bessert die Statistik etwas auf: Da sind die Kirchen voll. Ein letzter Rest von Christentum in einer ansonsten verweltlichten Gesellschaft?

So sähen es wohl die Kirchen gerne. Sie haben es über Jahrhunderte hinweg verstanden, die Gemütskräfte der Menschen an äußere Bräuche zu binden, ihre Sentimentalität zu befriedigen und ihre jährlich wiederkehrenden Festtage - Weihnachten, Ostern, Pfingsten - zur bequemen Tradition zu machen. Doch deswegen sind diese Gebräuche noch lange nicht christlich. Dass die Wirtschaft die Vorweihnachtszeit so ungehemmt zu einer Konsumorgie machen konnte, bestätigt nur die Sinnentleerung, die schon lange vorher eingetreten ist.

Die ersten Christen feierten kein Weihnachten

Kaum jemand fragt noch, ob die ersten Christen überhaupt Weihnachten oder Ostern feierten. Ostern in gewissem Sinne schon - weil für sie die Auferstehung Christi das Wichtigste in ihrem Glauben war, ein Sinnbild dafür, dass Christus in jedem von uns auferstehen möchte. Aber Seine Geburt? Etwa seit dem 3. Jahrhundert gedachten die frühen Christen zunächst Seiner geistigen „Geburt": der Taufe im Jordan, mit der die Lehrtätigkeit des Jesus von Nazareth begann. Das älteste Evangelium, das des Markus, beginnt mit der Taufe im Jordan und nicht mit der Geburt in Bethlehem. Der Fest-Termin für die Taufe im Jordan liegt bis heute auf dem 6. Januar - für die Ostkirche bis heute der Weihnachtstermin. Wie wenig man in der katholischen Kirche mit diesem Fest anfangen konnte oder wollte, zeigt sich daran, dass man es später kurzerhand in die folkloristisch ausgemalte Ankunft der „Heiligen drei Könige" umwandelte.

In der römischen Kirche hatte sich seit dem vierten Jahrhundert der 24. Dezember als „Geburtstermin" durchgesetzt. Dies war der Tag eines wichtigen Festes des Sonnengottes im Mithraskult. Auch Griechen und Ägypter feierten an diesem Tag große Feste; die Germanen begingen die Wintersonnwende.

Auch andere Advents- und Weihnachtsbräuche haben nichts mit Christentum zu tun, sondern sind heidnischen Ursprungs. Die ganze Tradition, die so anheimelnd ist, die soviel Sentimentalität hervorruft - alles nur menschliche Erfindung aus verschiedensten Zeitaltern. Wer dieser Tradition gerne folgen möchte, kann dies tun - aber er berufe sich dabei nicht auf Gott!

Sollte es mit Ostern anders aussehen? Wie das Weihnachtsfest wurde auch das Osterfest, ursprünglich mit dem jüdischen Passah-Fest identisch, im vierten Jahrhundert mit heidnischen Bräuchen angefüllt (siehe Kasten). Es spricht nichts dagegen, Kinder nach versteckten Geschenken suchen zu lassen. Doch wenn man ihnen dies als „Zubehör" eines angeblich christlichen Festes verkauft, dann bindet man sie an eine Institution, die mit Christentum in Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Der Mensch bracht keine Zeremonien

Christus war ein geistiger Revolutionär, der die überkommenen Rituale der Priesterschaft als hohle Formen entlarvte. Der Mensch ist ein Tempel des Geistes - er braucht also keine Zeremonien. „Komm und folge Mir nach" lautete Seine Botschaft - Ihm, dem größten Gottespropheten aller Zeiten, nicht dem niedlichen Kind in der Krippe, das noch gar nicht sprechen kann. Welcher erwachsene Mensch käme auf die Idee, seinen eigenen Geburtstag mit dem Aufstellen einer Babywiege und dem Absingen von Wiegenliedern zu feiern?

Was wollte Jesus?

Jesus lehrte, dass das Reich Gottes nahe ist - weil es im Inneren jedes Menschen zu finden ist. Er lehrte in der Bergpredigt, wie der Mensch dieses Reich des Inneren schrittweise in sich aufbauen kann. Er lehrte die Menschen nicht, auf das Leid zu blicken und sich darin zu versenken, sondern Er zeigte ihnen, wie sie das Leid und die Krankheit mit Seiner Hilfe lindern oder überwinden können: „Gehe hin und sündige fortan nicht mehr!" Die Darstellung des ermordeten Jesus am Kreuz hingegen ist das Abbild des scheinbaren Triumphes der Finsternis über das Licht.

„Sehet die Lilien des Feldes!" Jesus liebte auch die Pflanzen und die Tiere. Er lehrte Seine Jünger, dass Gottes Leben in allen Lebensformen gegenwärtig ist. Er sagte nicht: Schneidet die jungen Bäume ab und behängt sie mit Lametta und Kerzen. Oder: Lasst euch an Meinem Geburtstag den Festtagsbraten gut schmecken.

Wer Christus erfahren hat als den inneren Freund, der uns beständig hilft, in Ihm aufzuerstehen, indem wir das Negative in uns erkennen und bereinigen, wer Christus aufgenommen hat als das innere Licht, das die Dunkelheit besiegt hat, der benötigt keinen besonderen Tag, um Seine Dankbarkeit auszudrücken. Für ihn ist jeden Tag Weihnachten und Ostern zugleich.







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