Koran und Wissenschaft
Geschrieben von Safiya am 26. Dezember 2002 20:25:15:
Anfangen möchte ich mit dem folgenden Ausspruch unseres Propheten Mohammed, Gottes Segen und Friede auf ihm:
„Jeder Prophet hat ein Wunder bekommen, welches die Menschen dazu veranlaßte zu glauben. Das, was ich bekommen habe, war eine Offenbarung, die Gott mir gesandt hat.“
Im Unterschied zu den Wundern aller anderen Propheten liegt der Koran bis heute vor und kann direkt erlebt werden. Da die wenigsten von uns das sprachliche Wunder des Hocharabischen nachvollziehen können, konzentrieren wir uns in dem heutigen Vortrag auf die Inhalte des Korans.
Der Koran verlangt von den Menschen nicht, blind zu glauben, sondern fordert sie vielmehr auf, zu SEHEN, zu beobachten und daraus Schlüsse auf die Existenz des Schöpfers zu ziehen, wie z. B. in folgendem Koranvers: „Haben die Ungläubigen nicht gesehen, daß die Himmel und die Erde eine Einheit waren, die wir dann zerteilten und wir machten aus dem Wasser alles Lebendige. Wollen sie denn nicht glauben?“
Damals konnte man das noch nicht SEHEN, damit wird auch klar, daß sich dieses Sehen an eine Generation richtet, in der die Wissenschaft soweit ist, diese Dinge zu beobachten.
Deshalb wollen wir jetzt erst einmal darauf eingehen, wie sich die Wissenschaft heute die Entstehung des Universums erklärt.
Die am meisten vertretene Theorie der Entstehung des Universums ist die des Urknalls. Diese Theorie besagt, daß das Universum aus dem Nichts entstanden ist, d.h. eine Explosion brachte Sonnensysteme und Galaxien hervor, die unglaublich präzise angeordnet sind. Die Entdeckung, daß das Universum sich ständig ausdehnt, verhärtete diese Theorie. Wenn man nämlich diese Ausdehnung rückwärts laufen ließe, würde die ganze Materie an einem Punkt zusammenkommen, den die Wissenschaftler als einen Punkt mit null Volumen bezeichnen, also einer physikalischen Bezeichnung des Nichts.
Auf diese Ausdehnung wird bereits im Koran in der Sure Ad-Dariyat (Die Aufwirbelnden, Vers 47) Bezug genommen: „Mit (Unserer) Kraft haben Wir den Himmel erbaut und sind wohl imstande ihn auszudehnen.“
Lange Zeit sperrten sich viele Wissenschaftler gegen die Urknall-Theorie, weil sie nicht mit ihrem atheistischen Weltbild vereinbar war.
Auch Albert Einstein hatte bereits entdeckt, daß das Universum sich ständig ausdehnt, wollte aber mit dem Weltbild seiner Zeit nicht in Konflikt geraten und ließ die Entdeckung ruhen.
Die damals gültige Theorie besagte, daß die Materie schon immer vorhanden war und ewig fortbesteht. Sie formiert und verändert sich selbst und bedarf somit keines Schöpfers.
Ein weiteres Phänomen wird in dem oben zitierten Koranvers angesprochen, nämlich der einheitliche Ursprung des Universums: „Haben die Ungläubigen nicht gesehen, daß die Himmel und die Erde eine Einheit waren, die wir dann zerteilten?“ Dies nimmt eindrucksvoll die Ansicht fast aller modernen Astrophysiker vorweg, dieses Weltall sei als eine Einheit aus einem einzigen Element, nämlich Wasserstoff entstanden.
Das Entstehen komplexer Planetensysteme aus dem Nichts legt den Rückschluß auf einen Schöpfungsakt und einen handelnden Schöpfer so nahe, daß viele Wissenschaftler, die tief in die Materie eingedrungen sind, von dem Vorhandensein Gottes ausgehen.
So erklärt der zeitgenössische Physiker Stephen Hawking: „Wenn die Expansionsrate des Universums im Moment des Urknalls nur im Verhältnis von 1 zu 1 Mio x 1 Mio. kleiner gewesen wäre - die Explosion also nur geringfügig langsamer gewesen wäre -, dann wäre das Universum wieder in sich zusammengebrochen.“ Wäre sie schneller gewesen, wäre die Materie chaotisch verstreut.
Im Bezug auf die Entstehung nur einer einzigen lebenden Zelle sagte ein anderer Wissenschaftler (Fred Hoyle „Nature“ 12.11.1981): „daß eine lebende Zelle durch Zufall entsteht, ist genauso wahrscheinlich wie die Entstehung einer Boing 747 aus den Teilen eines Schrotthaufens, die durch einen Wirbelsturm durcheinandergewirbelt werden.“
Hawking hat vor kurzem deutlich gemacht, wie auch damals Einstein, daß er selbst von der Existenz Gottes ausgeht.
Einer von Hawkings Kollegen, der Physiker Frank J. Tipler, der vor 20 Jahren noch überzeugter Atheist war, behauptet heute in seinem Buch „Die Physik der Unsterblichkeit“, daß es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt und daß Physiker die Existenz Gottes und die Wahrscheinlichkeit einer Auferstehung der Toten zum ewigen Leben genauso berechnen könnten wie die Eigenschaften des Elektrons. In seinem Buch stützt er sich ausschließlich auf handfeste Ergebnisse der modernen Naturwissenschaft. Nähere Informationen zu diesem Buch können Sie an unserem Büchertisch erhalten.
Es wird im Koran ganz deutlich gesagt, daß er Stellen enthält, die erst im Laufe der Zeit wirklich verstanden werden können. Nämlich dann, wenn die Wissenschaft weit genug fortgeschritten ist, die beschriebenen Phänomene aus ihrer Sicht zu erklären.
In Sure 39 heißt es: „Dieser Koran ist nichts als eine Ermahnung und ihr werdet sicher seine Kunde erst nach einiger Zeit kennen.“
Man sollte dennoch immer vorsichtig sein, Inhalte des Korans von „wissenschaftlichen Befunden“ abhängig zu machen, die heute als wahr erscheinen, aber genauso gut morgen durch andere Befunde widerlegt werden können.
Trotzdem gibt es einige sehr erstaunliche Voraussagen im Koran, die mit den Erkenntnissen der heutigen, modernen Wissenschaft übereinstimmen.
In den 70er und 80er Jahren fand in Saudiarabien eine Reihe von Kongressen statt, die sich mit diesem Thema beschäftigten.
International führende Wissenschaftler befassten sich mit verschiedenen Koranversen und Aussprüchen des Propheten, die ihr jeweiliges Fachgebiet betrafen.
Einer der beteiligten Professoren war Professor Keith L. Moore, der sich mit der Embryologie im Koran befasste. Dort werden verschiedenen Phasen beschrieben, in denen sich der Embryo entwickelt.
Die Wissenschaft ging erst im 19. Jahrhundert davon aus, daß die Entwicklung des Menschen in Phasen verläuft und nachgewiesen wurden diese erst Anfang des 20. Jahrhundert. Im Koran steht jedoch seit 1400 Jahren in Sure 23: „Dann haben wir ihn (den Menschen) als Samentropfen gemacht in einem sicheren Ruheplatz, dann haben wir den Samentropfen als anhaftendes Blutgebilde geschaffen, und wir haben das anhaftende Blutgebilde als Fleischgebilde geschaffen, und wir haben das Fleischgebilde als Knochen geschaffen, und wir haben die Knochen mit Fleisch bekleidet, dann haben wir ihn als eine andere Schöpfung ins Leben gerufen.“ (23:13-14)
Als Beispiel für die Genauigkeit des Koran soll das arabische Wort alaqa, das mit „anhaftendes Blutgebilde“ übersetzt wurde, erläutert werden: Das Wort hat drei Bedeutungen: 1. Blutegel, 2. Etwas, das sich anhängt und 3. Blutklumpen. Die drei Bedeutungen zusammen ergeben eine komplette Beschreibung des Embryos in dieser frühen Phase:
Er ähnelt in der Form einem Blutegel, er ist an der Gebärmutterwand angehängt und da das Blut im Embryo intern in Gefäße eingeschlossen ist bevor der Zyklus zwischen Embryo und Plazenta beendet ist, hat er das Aussehen eines Blutklumpen.
Prof. Moore bestätigte am Ende seiner 4-jährigen Studien, daß im Koran seit dem 7. Jahrhundert ein System zur Beschreibung der embryologischen Entwicklung existiert, über deren Phasen vor dem 20. Jahrhundert wissenschaftlich kaum etwas bekannt war.
Prof. Tagata Tagasone, Direktor des Instituts für Anatomie und Embryologie an der Universität Chiang May in Thailand zog aus diesen Erkenntnissen die Konsequenz und sprach auf dem 8. Saudi-arabischen Medizinerkongress in Riad (1983) das islamische Glaubensbekenntnis. Er wurde Muslim, nachdem aufgrund seiner Vorträge zu diesem Thema bereits fünf seiner Studenten den Islam angenommen hatten.
Auch der Kongreß beschäftigte sich eingehend mit der Astronomie.
An vielen Stellen im Koran wird der Himmel mit seinen Gestirnen beschrieben.
Zur Zeit Muhammads war das geozentrische System des Ptolemäus gültig, das erst von Kopernikus im 16. Jahrhundert widerlegt wurde.
Der Koran spricht von Umlaufbahnen der Gestirne und weist daraufhin, daß auch die Sonne nicht feststeht, sondern sich bewegt:
(21:33) „Weder darf die Sonne den Mond einholen, noch darf die Nacht dem Tage zuvorkommen; und jeder Himmelskörper hat eine bestimmte Laufbahn“
(36:38) „Und die Sonne eilt dem ihr gesetzten Ziel zu ...“
Prof. Yushudi Kusan, Direktor des Tokyoer Observatoriums, sagte dazu er sei sehr beeindruckt, korrekte astronomische Tatsachen zu finden und hätte interessante Anregungen bekommen für den weiteren Verlauf seiner Forschung.
Ein weiterer Bereich, der auf dem Kongress erörtert wurde, war die Geologie, zu welcher ebenfalls verschiedene Phänomene im Koran erwähnt werden, wie z. B. Form und Funktion der Berge.
Berge haben eine unterirdische Fortsetzung, die als Wurzel bezeichnet wird, so daß sie die Form von Pflöcken haben. Viele Geologen gehen davon aus, daß sie auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur Festigung der Erdkruste leisten. Im Koran steht dazu: „Haben Wir nicht die Erde zu einem Lager gemacht und die Berge zu Pflöcken?“ (78:6-7) und weiter: „Er hat in der Erde feste Berge gegründet, damit sie nicht ins Schwanken gerät ...“ (31:10).
Prof. Palmer, ein Geologe aus den USA, stellte in einem Vortrag die Aussagen des Koran auf dem Gebiet der Geologie vor und endete mit den Worten:
„Ich habe die Geschichte des Frühen Nahen Ostens untersucht und keine Dokumente gefunden, die auf eine ernsthafte wissenschaftliche Betätigung hindeuten, welche solche Ergebnisse, wie Muhammad sie darlegte, hervorbringen könnte. Um solche Ergebnisse zu bekommen, müsste man erheblichen wissenschaftlichen Aufwand betreiben, welcher dokumentiert sein müsste. Diese Tatsache erhärtet die Überzeugung, daß Gott eine geringe Menge seines Allwissens Muhammad offenbart hat.“
Ein weiterer interessanter Punkt ist die Herkunft des Elementes Eisen: Zur Bildung der Elemente, bei der die verschiedenen Elementarteilchen verbunden werden müssen, wird eine bestimmte Energie benötigt. Es wurde berechnet, daß zur Bildung von Eisen die vierfache Energie der Sonne benötigt wird. Deshalb geht man davon aus, daß Eisen ein fremdes Element ist, das nicht auf der Erde, sondern auf anderen Planeten gebildet wurde. Im Koran steht in Sure 57:25: „und wir haben das Eisen herabgesandt ...“
Prof. Armstrong, Astronom bei der NASA, der sich u.a. mit diesem Vers beschäftigte, sagte:
„Was ich mit Sicherheit sagen kann ist, daß der Ursprung dieses Wissens von einer höheren Quelle herrührt und über die gewöhnlichen menschlichen Möglichkeiten hinausgeht.“
Als letztes Beispiel möchten wir noch auf das Gebiet der Meereswissenschaft eingehen, wo man herausgefunden hat, daß die verschiedenen Meere durch Grenzschichten voneinander getrennt sind, so z.B. das Mittelmeer und der atlantische Ozean.
Das Wasser der beiden Meere wird durch diese Grenzschicht transportiert, wobei es seine ursprünglichen Eigenschaften verliert und die desjenigen Meeres annimmt, in das es eintritt. Auf diese Weise mischen sich die Wasser der verschiedenen Meere nicht. Diese Grenzen konnten nur durch einen hohen technischen Aufwand mit Meßstationen und Satellitenbildern nachgewiesen werden. Im Koran steht: „Er hat den beiden Gewässern freien Lauf gelassen. Zwischen ihnen steht eine Scheidewand, so daß sie nicht ineinander übergreifen.“ (55:19-20)
Für die Menschen zur Zeit Mohammeds stellte das einen Widerspruch dar, der heute von der Meereswissenschaft gelöst wurde.
Nach den Aussagen der zitierten Wissenschaftler, die alle Spezialisten auf ihrem Fachgebiet sind, kann das Wissen, das im Koran steht, nicht aus einer menschlichen Quelle stammen. Die einzige Erklärung, die sie geben können, liegt in einer göttlichen Offenbarung.
Und so steht auch eindrucksvoll im Koran: „Wir werden sie unsere Zeichen überall auf der Erde und in ihnen selbst sehen lassen, bis es ihnen deutlich wird, daß es die Wahrheit ist.“ (41:53)
Es geht uns mit diesem Vortrag nicht darum, einen schlüssigen, wissenschaftlichen Beweis für die Wahrheit des Korans zu entwickeln. Vielmehr wollten wir aufzeigen, daß der Koran an keiner Stelle mit gesicherten Erkenntnissen der Wissenschaft in Konflikt gerät, sondern daß es vielmehr einen ständigen Austausch geben sollte und muß, damit Wissenschaft und Religion sich gegenseitig befruchten können.
Und durch diesen Austausch sollten der Wissenschaft Grenzen gesetzt werden, die einzig und allein das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt stellen und Mißbrauch verhindern, wie zum Beispiel das Klonen von Lebewesen oder das Züchten von Hühnern ohne Federn aus rein wirtschaftlichen Interessen.