Re: ergaenzung aus islamischer sicht
Geschrieben von nour iman am 21. April 2005 20:10:24:
Als Antwort auf: Re: ergaenzung aus islamischer sicht geschrieben von Ahmet am 21. April 2005 13:55:36:
hallo und salâm ahmet,
>Hallo Nour Iman, der Friede sei auch mit dir,
>Schon länger nichts mehr von Dir gehört. Ich hoffe es geht Dir gut.
alhamduliLlah, alles ist in ordnng. habe nur nicht immer zeit oder lust zu schreiben.
>Nour Iman: du kritisierst hier die bezeichnung des papstes als "stellvertreter Gottes", was ich in dieser auf den papst bezogenen ausschliesslichkeit auch unterstuetze. doch bedenke, dass laut Qur'ân der mensch im allgemeinen der stellvertreter Gottes auf erden ist mit all den verpflichtungen, die schoepfung zu respektieren und zu schuetzen.
>Ich verstehe, was Du meinst. Ich weiss aber nicht, ob man dies vergleichen kann. Denn unter Stellvertreter verstehe ich, jemanden ersetzen, der nicht mehr in der Lage ist, eine Stellung zu halten. Z.B. hat jeder Staats- Präsident einen Stellvertreter. Aber nicht in jedem Fall kann der Stellvertreter wichtige Entscheidungen treffen. Eben nur dann, wenn der Präsident dazu nicht in der Lage wäre.
so gesehen wuerde man aepfel mit birnen vergleichen, du hast recht. denn was der papst beansprucht, ist ja tatsaechlich das, was du hier schreibst: ein agieren im auftrage Gottes aufgrund Seiner abwesenheit bzw. unfaehigkeit.
ASTAGHFIRULLAH!
selbst wenn katholiken dies irgendwie anders erklaeren wuerden, liefe es doch genau darauf hinaus.
die stellvertreterschaft im islamischen sinne ist aber eine andere. sie ist im hoechsten masse eine ehrung des menschen aufgrund seiner besonderen, ihn von allen anderen geschoepfen unterscheidenden natur. der mensch hat verstand und seele. das sind im wesentlichen die unterschiede zu den anderen geschoepfen. aufgrund dieser eigenschaften und faehigkeiten wurde uns etwas sehr kostbares zuteil: verantwortung. in dieser uns uebertragenen verantwortung steckt aber auch vertrauen. das vertrauen Gottes in uns, unsere faehigkeiten sinnvoll, im guten einzusetzen. werden wir dem gerecht, werden entsprechend belohnt werden. missbrauchen wir das vertrauen und verunstalten die schoepfung, kommt eine strafe auf uns zu.
>Wer genau entscheidet, wann Gott nicht mehr in der Lage sein soll, selbst zu entscheiden?
ich sag' mal: Gott ist immer und ueberall (weder zeit noch raum sind fuer Gott allerdings relevant) herr der lage. als muslim weiss man das. das heisst aber nicht, dass Er uns keinen spielraum hier auf erden gibt, in dem wir uns des in uns gesteckten vertrauens beweisen koennten.
>Das, was Du aus dem Koran ansprichst, hat mit Aufgaben bzw. Geboten zu tun, die der Muslim auf der Erde zu erledigen hat. Natürlich ist darin u. a. auch erhalten, die Verantwortung über den Schutz der Erde und Natur zu übernehmen.
korrekt.
>Das kann man aber nicht gleichsetzen mit der "Stellvertretung Gottes".
nicht in dem sinne, wie du das oben beschrieben hast.
>Denn der Muslim (deutsch: Ergebener), so glaubte ich jedenfalls zu wissen, hat sich trotz dieser Verantwortung Gott unterzuordnen.
nicht trotz, sondern gerade wegen.
>Denn, so sagt der Koran auch: "Gott zeugt nicht und wurde nicht gezeugt; es gibt keinen, der ihm gleicht" (Koran 112 3-4). Gott ist also nach wie vor die höchste Instanz und lehnt die Mönchschaft bzw. Priesterschaft ab.
ja, das steht im Qur'ân.
>Nun habe ich noch eine Frage zum Islam. Siehe Beitrag "Beschneidung".
ich hoffe, ich konnte helfen.
zu dem thema der stellvertreterschaft wuerde ich gerne auch bruder cemils meinung lesen.
frieden.
nour iman