Re: Gott und Natur?

Die Ewige Religion

Geschrieben von Ahmet am 28. November 2000 19:55:08:

Als Antwort auf: Re: Gott ist nicht sichtbar, jedoch fühlbar.... geschrieben von AS am 27. November 2000 19:31:25:

>> Die zehn Gebote sind Gebote der Menschlichkeit, d.h. sie sichern die SOZIALVERTRÄGLICHKEIT einer Gesellschaft. Mit Moral hat das so wenig zu tun wie mit dem "Willen Gottes". Was Gut und Böse ist, entscheidet eine Gesellschaft aufgrund historischer und sozialer Faktoren, deshalb ist Moral auch äußerst wandelbar.

Du hast es angesprochen, mit den langzeitlichen Erfahrungen (Überlieferungen) bildete sich die heutige innerste Moral. Die Wahl war aber nicht willkürlich, sondern beruht auf den Gefühle des Menschen. Das funktioniert wie in der Natur. Was nicht mehr dem entspricht, was die Moral (Natur) verlangt, das ist eine Gefahr für die Menschheit. Wie in der Natur die Tiere, so will auch der Mensch als einen Teil der Natur überleben!!! Um das Überleben zu gewähren, muss eine bestimmte Linie eingehalten werden.

>> Homosexualität: in den 60ern noch ein Verbrechen, heute akzeptiert.
>> Auch verbrennen wir heute keine rothaarigen Frauen mehr, weil es Gottes Wille ist.
>> Wir foltern auch niemanden mehr, weil er behauptet, die Sonne und nicht die Erde ist der Mittelpunkt usw.
>> Warum ist vorehelicher Geschlechtsverkehr eine Sünde?

Das waren ja auch nicht die Worte von Jesus. Es war auch nicht im Sinne Gottes. Erst die späteren, unwissenden Jesusvertreter brachten durch Fehlentscheidungen diese neuen Dogmen. Oder findest Du diese Verbote in den Evangelien? Die Gesellschaft wurde darauf getrimmt (Macht der Kirche). Dort, wo die religiösen Institutionen nicht mehr so grosse Macht besitzen, öffnet die Gesellschaft ihre Herzen und sie fühlen wieder reiner (menschlicher).

>> Warum darf man im Islam kein Schweinefleisch essen? Weil Mohammed wußte, daß zu seiner Zeit Schweinefleisch giftig sein konnte.

Mag schon sein, aber warum wurde schon vor Lebzeiten Mohammeds kein Schweinefleisch gegessen? Das wurde schon mehrere Tausend Jahre so praktiziert, weil es schon immer ein Gebot Gottes war (übrigens auch durch die Urchristen). Auch das hat meiner Meinung nach mit der Natur (Gottes Wille) zu tun. Wenn man beachten würde, was für den Menschen zum Essen bestimmt war und auch heute noch ist, so wäre das ein grosser Schritt in Richtung Umweltschutz. Viele Tiere wären nicht bedroht (Walfisch, Tintenfisch u.s.w.) und die Krankheiten (Rinderwahnsinn u.s.w.) wären nie entstanden. Und das soll nicht im Sinne Gottes sein?

>> Hätte er heute gelebt, dann hätte er vermutlich aus aktuellem Anlaß (Rinderwahnsinn)das Essen von Rindfleisch verboten.

Ich denke eher, dass er die Menschheit wieder daran erinnern würde, was in den alten Überlieferungen (Thora, Evangelien, Koran) geschrieben steht: Du sollst dem Rind das zu essen geben, was auch das freilebende Rind essen würde.

>> Man darf nicht töten? Im Namen Gottes scheinbar schon: Kreuzzüge, Heilige Kriege, Hexenverbrennung mögen als Stichwort genügen. Eine seltsame Moral, oder?

Es gibt eben Krankheiten (psychologische-), die sind uns heute Bewusst. Hass, Gier und Machtkampf kommt nur durch falsche Erziehung (Moralverletzung). In diesem Kreislauf befinden sich einige viele Menschen. Ich hoffe für diese, dass sie durch spätere Generationen aus diesem Kreislauf entrinnen können.

>> Und was will denn nun dieser Gott, der doch allmächtig und allwissend sein soll, vom Menschen? Wozu erschafft er uns, wissend, daß wir fehlbar sind und niemals nur gut handeln werden, um uns dann hinterher zu richten? Das ist so, wie wenn ich einem Hund die Wurst vor die Nase halte, und ihn dann verprügel, wenn er nach ihr schnappt.

Wenn Du die heiligen Schriften gelesen hast, so wirst Du doch gemerkt haben, das eben dieses Testen jedes Einzelnen nach seinem Handeln der Sinn des Lebens ist. Dein Wille geschieht, wenn Du entsprechen gelebt hast. Ich jedenfalls sehe solche details im Leben.

>>Gott ist nichts weiter als die Vorstellung vom perfekten Menschen, deshalb hat er auch alle menschlichen Züge:

>> 1. Gott ist allmächtig und allwissend. Wer möchte denn so sein? DER MENSCH!
>> 2. Gott will angebetet werden. Wer liebt es, angebetet zu werden? DER MENSCH!
>> 3. Gott richtet. Wer richtet denn? DER MENSCH!
>> 4. Gott schenkt ewiges Leben. Oh wie praktisch! Wer hat denn was davon? Wer würde denn gerne ewig in Glück leben? DER MENSCH!

Möchtest Du das wirklich? Ich bleibe Gott lieber ergeben. Diesen Weg haben schon genug Menschen genommen, und dabei haben sie bei vielen Mitmenschen den Glauben an Gott gestört. Nur wenn man das einsieht, so kann man noch an den wahren Gott glauben.

>> Das die Bibel eine Loseblattsammlung fanatischer Idealisten ist, läßt sich ebenso leicht nachweisen wie die Tatsache, daß die meisten biblischen Wunder aus antiken Vorbildern geklaut sind. Die Jungfrauengeburt zum Beispiel ist ein uralter Hut, der schon den Ägyptern als Zeichen für göttliche Abstammung galt. Wasser zu Wein verwandeln geht auf den Dionysos-Kult zurück - lange VOR Christus. Die vier Evangelien sind ein typisches Beispiel für Legendenbildung: Lies sie mal parallel in chronologischer Reihenfolge, und du wirst sehen, wie Jesus zunehmend verklärt und seine Wunder vergrößert werden. Im zeitlich frühesten Evangelium gibt es weder Jungfrauengeburt noch läßt Jesus einen toten Auferstehen. Hier heilt er EINEN Blinden, in den folgenden Evangelien sind es bereits ZWEI. Nach dem Stille-Post-Prinzip wird immer mehr hinzugedichtet. Von der Geburt Jesu gibt es drei völlig widersprüchliche Fassungen, genauso von der Auferstehung. Hier herrscht totale Uneinigkeit, wer den jetzt an das Grab kam: Johannes oder die Frauen? Bei einem Evangelisten erscheinen 2 Engel, beim anderen einer, beim anderen steht jesus persönlich da. In einer Version ist der Grabstein weggerollt, beim anderen nicht. Lies die Evangelien mal parallel, es lohnt sich.

Da hast Du recht. Das sehe ich auch so. Der Glaube soll ja auch nicht eine Mystische Erscheinung sein. Zudem, Semitischgewandte verstehen diese Texte auch nicht so, wie es heute erzählt wird. Jesus ging z.B. nie über dem Wasser. Er stand über dem Wasser, was soviel heisst, wie er beherrschte die Situation. Jesus war ein Mensch, der das Ziel Gottes erkannt hat und dies an seine Mitmenschen weitergeben wollte. Er ist für mich nicht der Magier, der heute aus ihm geworden ist.

>> Falls dich das Thema interessiert, lies mal Drescher "Die Kriminalgeschichte des Christentums" oder so ähnlich.

Vielen Dank für die Literaturangabe, habe das Buch nicht gelesen, kann mir aber sehr gut vorstellen, welche Botschaft darin steckt.

>> Gruß, AS

Ich grüsse Dich auch.....
Ahmet





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