Re: Nur die 10 Gebote
Geschrieben von Ben am 27. Januar 2006 11:38:
Als Antwort auf: Re: Nur die 10 Gebote geschrieben von Ahmet am 26. Januar 2006 18:24:05:
Hallo Ahmet,
Danke für Deine ausführliche Antwort. Jetzt habe ich einen besseren Überblick über Deinen Standpunkt, das macht das Diskutieren einfacher :)
[...]
>Ben: Siehst Du ihn als Gottes Sohn?
>Ja, ich sehe ihn als den Sohn Gottes. Ich weiss, dass mansche Menschen in der Bezeichnung "Gottes Sohn" viel mehr sehen, als es eigentlich wäre. Ich selbst sehe darin das, was es auch tatsächlich heisst. Hätte es damals ein Wörterbuch gegeben und würde in diesem nachschlagen, dann war die damalige Erklärung (aramäische):
>ein Mensch, der dem Verhalten nach wie Gott handelt.
>Noch heute gibt es den Spruch "Sohn des Esels!" (Gemeint ist das dumme oder störrische Verhalten) oder "Sohn des Vaters" (Wie der Vater, so der Sohn) in der aramäischen und ihren verwandten Sprachen.
>Oder was denkst Du, welche Menschen Jesus meinte, als er sagte:
>(Mt 5,9) Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen
>Du glaubst doch, dass es ausser ihm keinen "Sohn Gottes" gibt? Aber auch das Alte Testament spricht von ihnen. Die Pharisäer ärgerten sich ab Jesus, weil sein Verhalten nicht ihrem eigenen Handeln entsprach, und Jesus sich trotzdem als ein "Sohn Gottes" verstand, obwohl er es meines Wissens nach nie selbst von sich behauptete (er war bescheiden). Deshalb fand man ja keinen wirklichen Grund, ihn hinzurichten.
Ok, das sehe ich etwas anders. Erste Frage: Wie erklärst Du Dir die jungfräuliche Geburt? Wäre Jesus ein "normaler" Mensch (mit einer guten Beziehung zu Gott) hätte er, wie Mose, Abraham etc., auf natürliche Weise zur Welt kommen können. Maria wurde aber "ehe sie [mit Josef] zusammengekommen waren, schwanger befunden von dem Heiligen Geist" (Mt 1,18). Wer war demnach Jesu Vater (nicht der rechtliche!)
Zweitens:
"Sohn Gottes" hieß damals mehr als nur "einer, der den Willen Gottes tut". Es hieß deutlich mehr, nämlich vermutl. genau das, was wir uns heute darunter vorstellen. Lies bitte Mt 26,63-66 Jesus ging in seiner Antwort zwar weiter als die Frage, aber der Hohepriester wollte einzig und allein von ihm wissen, ob er "der Christus [ist], der Sohn Gottes". So aufgebracht wie er diese Frage stellte ("ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott") ging dabei um etwas wirklich entscheidendes! Und Jesus (trotz seiner Bescheidenheit) bestätigte diese Vermutung! Er gab sich somit selbst als der Sohn Gottes aus. Das war sein Todesurteil!
weiteres Beispiel dazu: Joh 5,18-26, insbesondere Vers 18
Die juden "suchten ihn zu töten ... weil er Gott seinen Vater nannte und sich so selbst Gott gleichmachte". Daran wird doch mehr als deutlich, dass "Sohn Gottes" auch damals nicht eine landläufige Bezeichnung für fromme Menschen war. Jesus sagt, Gott ist sein Vater! In den darauffolgenden Versen macht er an mehreren Besipielen fest, was das bedeutet.
[...]
>Ben: Glaubst Du an Jesu Kreuzigung? Und an die Berichte, wie dies stattgefunden hat?
>Ich habe keine andere Wahl, als an das zu glauben, was die Evangelien diesbezüglich berichten. Ich habe diese vier Evangelien auch sehr genau gelesen (ohne zu interpretieren). Daraus entnehme ich, dass Jesus nicht wie üblich gekreuzigt wurde, sondern am gleichen Tag noch in eine Gruft gelegt wurde. Andere mussten tagelang am Kreuz leiden. Deshalb glaube ich, dass Jesus auferstanden ist, also die Kreuzigung überlebt hat und erst in späteren Jahren eines natürlichen Todes gestorben ist. Er lebte weiter als Fleisch und Blut.
Das sehe ich auch anders :) Woran machst Du fest, dass, weil Jesus nicht mehrere Tage am Kreuz hing, er nicht tot gewesen sein kann. Es ist schon richtig, dass manch anderer tagelang leiden musste, aber es war mit Sicherheit auch nicht allzu ungewöhnlich, dass jemand "schon" am ersten Tag starb.
In Markus und Lukas heisst es "er verschied".
Zum dem von Dir angesprochenen "Deal". Das waren weder Sseien Verwandten noch seine Jünger, sondern "die Juden" baten Pilatus, dass man den Tod der Verurteilten beschleunigen möge, "damit die Leiber nicht am Sabbat am Kreuz blieben" (Joh 19,31) Es sollten ihnen die Beine gebrochen werden, damit sie schneller sterben würden. Als sie zu Jesus kamen, sahen sie, "daß er schon gestorben war" (vers 33).
es waren röm. Soldaten, die vermutl. schon sehr viele Menschen gekreuzigt hatten. Ihre einzige Aufgabe bestand darin, die Verurteilten zu töten, bzw. den Tod festzustellen. Als zusätzliche "Sicherheit" bohrten sie ihm sogar noch eienn Speer in die Seite.
Aber mal angenommen, Du hättest Recht und Jesus hätte das Ganze irgendwie (unbememerkt) überlebt! Wie ist es zu erklären, dass er nur wenige Tage später seinen Jüngern erschien, und sie davon überzeugen konnte, er hätte den Tod besiegt? Wäre Jesus ein normaler Mensch, der all dies durchgemacht hat (Geißelung, Kreuzigung, Speer in seine Seite), er hätte UNMÖGLICH wenige Tage später wieder so fitt sein können. Verstehen wir uns recht. Es geht nicht darum, dass er sich irgendwie aus der Höhle geschleppt hat und sich zu seiner Familie retten konnte. Er war lebendiger denn je. Selbst Thomas wollte es nicht glauben, ehe er seine Finger in die Wunden legen konnte. Seien Jünger waren also absolut von Jesu Tod und Auferstehung überzeugt. Daran gibt es überhaupt nichts zu rütteln, dann diejenigen, die bei Jesu Festnahme noch wegliefen und ihn später sogar Verleugneten, gaben ihr komplettes Leben für Ihn hin und starben für ihren Glauben an ihn. Das hätten sie mit Sicherheit nicht gemacht, bestünde nur ein Funke an Zweifel.
Jesu Tod ist genauso wichtig wie seine Aufersteheung. durch seinen Tod hat er unsere Sünden gesühnt, durch seine Auferstehung erhalten auch wir ewiges Leben. Demnach ist Ostern der größte christliche Feiertag!
[hier habe ich vieles gekürzt - wird auch so schon lang genug :-) wenn du über einen dieser punkte weiter diskutieren möchtest lass es mich wissen. es sollte keine verdrängung ungemütlicher fragen sein :)]
>Wenn Du das so siehst. Dann ist aber auch die Christliche Taufe ein Gesetz? Denn die Taufe ersetzte ab 312 n. Chr. die Beschneidung (Beitritt zum Neuen Bund).
Ja und Nein. Jesus ruft zur Taufe auf, also ist es zumindest ein Schritt des Gehorsams, wenn man dies tut. Trotzdem ist die Taufe (wie die BEschneidung) nichts wert, wenn die Einstellung dazu nicht stimmt. Es ist ein äußeres Zeichen was die innere Einstellung wiedergeben soll. Die Taufe bringt mich nicht in den Himmel.
>Ben: Die Frage ist, warum gab Gott uns die 10 Gebote? Damit wir bessere menschen werden? Ich glaube nicht, denn nach Jesu (und auch Deiner) Interpretation fängt jede Sünde bereits im Kopf an.
>Ach, komm schon Ben, nur die Zehn Gebote. Das kann man doch halten! Auch schon im Kopf! Wenn Du schon die Frage "Warum 10 Gebote" stellst, dann hast Du sie bestimmt nicht verstanden. Hast Du sie schon gelesen?
Schauen wir einmal, was Jesus dazu sagt. z.B. in Mt 5,27 und 44
"jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, [hat] schon Ehebruch mit ihr begangen [..] in seinem Herzen".
"liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen"
Das ist die verbindliche Interpretation der Gebote. Auf dem Stein steht "du sollst nicht ehebrechen". Was heisst das nun? Jesus sagts uns und bei allem Respekt, das Du dieses Gebot immer halten kannst, glaube ich Dir nicht! Was folgt daraus?
-> "wer irgend das ganze Gesetz halten, aber in einem straucheln wird, ist aller Gebote schuldig geworden" [Jakobus 2,10]
Du kannst versuchen, die Gebote zu halten. Das finde ich auch sehr gut und löblich! Ich habe aber meine Zweifel daran, dass irgendjemand das immer schaffen kann. Was dann? Das Gesetz sagt, es müssen Tiere stellvertretend geopfert werden. Nicht nur einmal irgendwann sondern regelmäßig!
Jesus sagt, werft eure Schuld auf mich. Ich haber bereits dafür gezahlt. Nur diese Alternativen sind meines erachtens mit der Schrift zu vereinbaren!
>Auch wenn ich etwas direkt werde, es ist nicht negativ gemeint.
Das ist mir klar. Ging mir in meiner Antwort jetzt genauso :)
viele grüße - ben