Re: Ergänzende Dogmen
Geschrieben von Ahmet am 07. Dezember 2001 09:13:03:
Als Antwort auf: Re: Ergänzende Dogmen geschrieben von Georg am 02. Dezember 2001 01:10:23:
Hallo Georg
Ich kann verstehen, dass für Dich meine Antwort an RC etwas unscharf gewirkt haben kann. Ich will aber nicht immer so umfangreich antworten und versuche daher möglichst einfach und verständlich zu bleiben. Ich möchte auch nicht irgend eine Religion angreifen. Ich entschuldige mich, wenn das wirklich so rübergekommen ist.
>> Georg: Der Inhalt in Kürze: Wenn Christus Sein Versprechen an Petrus (christliche Bibel, Matthäusevangelium, Kap. 16 Vers 18) ernst gemeint hat,
dann muss es eine besondere Kraft ("Charisma") geben, mittels der Gott die Kirche auch dann in Seiner Wahrheit hält und führt, wenn die Menschen (incl
Papst!) fehlzugehen drohen. Die Ausübung dieses Charismas der Unfehlbarkeit ist an bestimmte "Regeln" gebunden und stellt keineswegs ein "Absegnen" dar.
Und nur so kann ein Dogma im o.g. Sinn entstehen.
In der Bibel steht geschrieben: (Mt 16:18) Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus (bedeutet: Fels oder Stein), und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde (Versammlung der Gläubigen) bauen, und des Hades Pforten (Totenreich) werden sie nicht überwältigen. (19) Ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was immer du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was immer du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein.
Das ist der Text aus der Bibel. Worin siehst Du in dieser Aussage eine besondere Kraft oder Charisma? Jesus und Petrus waren wahrlich die Söhne
oder Kinder Gottes (Gläubige Gottes). Wer sich im semitischen Sprachgebrauch auskennt, der versteht unter 16:19, dass Petrus freie Bahn in den Himmel
bekommen hat, egal was er noch erleben werde. Aber wer sagt, dass Petrus etwas mit der Kirche zu tun hat?
>> Georg: Daher sieht die katholische Kirche Dogmen nicht als neue Ideen, die von den Menschen in die Lehre eingebracht und daher "zur Bibel dazuaddiert"
werden, sondern als formelle Festschreibung der Weisheit Gottes und Offenbarung an die Menschen.
Der ewige vollkommne Gott, der uns die "ewige Lehre" (häbräisch: torah), sein "Wort" gegeben hat bittet den Gläubigen, nur seinem Wort zu folgen und
nicht zu ihm hinzuzufügen und nichts von dem Wort Gottes wegzunehmen. Zudem soll man sich vor keinem Menschen niederwerfen. Nur Gott alleine soll man
diehnen.
In der Bibel steht geschrieben: (5.Mose13,1) Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr bewahren, um es zu tun. Du sollst zu ihm nichts hinzufügen und nichts von ihm wegnehmen. (2)Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder einer, der Träume hat, und er gibt dir ein Zeichen oder ein Wunder, (3) und das Zeichen oder das Wunder trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, indem er sagte: "Lass uns anderen Göttern - die du nicht gekannt hast - nachlaufen und ihnen
dienen!", (4) dann sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten hören oder auf den, der die Träume hat. Denn der Herr, euer Gott, prüft euch, um zu erkennen, ob ihr den Herrn, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele liebt. (5) Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen, und ihn nur sollt ihr fürchten. Seine Gebote sollt ihr halten und seiner Stimme gehorchen; ihm sollt ihr dienen und ihm anhängen.
>> Georg: Ist nicht unbestritten, dass der Herr den Menschen nicht alle Wahrheit schon von Anfang an geoffenbart hat, sondern mit jedem Bund und jeder "neuen
Heiligen Schrift" weitere Offenbarungen gegeben hat?
Dies ist nur in christlich theologischen Kreisen unbestritten. In jüdischen und islamischen Kreisen ist diese Aussage nicht nur bestritten, sondern allgemein als falsch gesehen. Sogar in der Religionsgeschichte geht man allgemein davon aus, dass Jesus nicht eine neue Religion, sondern die alte Religion, die vor den Pharisäern und Saduzäern existierte erneut in Erinnerung rufen wollte. Das heisst, durch Jesus wurden neue Rituale und Gedanken(Bildnisse), die nicht dem Wort Gottes entsprachen, abgelehnt.
Übrigens würde es mich wundern (auch um zu lernen), wo in der Bibel der neue Bund begründet wird. Kannst Du mir das bitte angeben?
>> Georg: Dann ist es auch nicht von der Hand zu weisen, dass auch heute noch weitere Offenbarungen vom Herrn an Sein Volk und Seine Kirche ergehen - dies
ist der Hintergrund des Dogmen-Verständnisses.
Schon gut, aber ist es nicht ein Menschliches Erzeugnis? Hat für mich jedenfalls nicht göttliches an sich. Wenn es jemandem hilft, sich besser
zurechtzufinden, dann soll die Trinitätsdogma und andere Dogmen ohne weiteres angenommen werden. Ich kann für mich keinen Vorteil darin sehen. Deshalb nehme ich für mich ausser das Wort Gottes nichts neues auf. Es sind für mich keine gute Früchte.
(Mt 7.15) Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe.(16) An ihren Früchten
werdet ihr sie erkennen. (21) Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Herrn
tut, der in den Himmeln ist.(22) Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen
Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? (23) Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt.
Weicht von mir, ihr Übeltäter!
>> Georg: Lass mich lernen: Wo steht in der Bibel, dass man kein Schweinefleisch essen soll? Und welches Dogma meinst du hier?
Bibel: (3Mo11,3) Alles, was gespaltene Hufe hat, und zwar wirklich aufgespaltene Hufe,
Wer sich nur ein wenig in Biologie auskennt, der weiss, dass das Schwein nicht wiederkäut. Und wer diesen Vers in der Bibel kennt, der weiss, warum
>> Georg: Deshalb bekenne ich mich nicht für eine Religion, sondern [...]
...lebe nur für Gott, der seinen Willen und sein Wort in "heiligen Schriften" wie Torah; Bücher Mose; Evangelien und Koran geoffenbart hat. Keine ergänzende Schrift oder Dogma kommt an diese "heiligen Schriften" an. Ich glaube daran, dass Gott uns nach unseren Taten prüft. Nicht nach der Angehörigkeit einer Religion.
>> Georg: Darf ich fragen: was bedeutet für dich das Wort Jesu, Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt18,19)? Siehst du darin nicht eine Aufforderung, deinen Glauben in einer Gruppe zu leben? Oder ist Jesus für dich ohnehin kein Vorbild?
Das heisst für mich gleichnishaft, dass wir von Gott jederzeit beobachtet und geprüft werden, ob wir nach seinem Willen handeln. Und dass Gott jeden lenkt, der in seinem Namen handelt. Egal wo und wann das auch sein mag.
Jesus ist für mich wohl ein Vorbild, wie auch Abraham und Mose. Aber ich gehe davon aus, dass Abraham, Mose und auch Jesus sich nicht einer Institution (Religion), sondern alleine an Gott bekannten. So versteht man es jedenfalls, wenn man die Evangelien mit dem semitischen Sinn gelesen hat. Als Gemeinde sehe ich nicht eine Gruppe, sondern die Menschheit, ohne Trennung zwischen Nationen oder Glauben. Für mich gibt es auf unserer Welt nur Gläubige und Ungläubige, die vor Gott nach ihren Taten gerichtet werden und nicht nach ihrer Religion.
Aber ich sehe auch, dass der Mensch dazu neigt, sich einer sichtbaren Macht hinzugeben, weil es nicht einfach ist, Gott alleine wahrnehmen zu können. Ich finde, das soll jeder so praktizieren, wie es für ihn selbst stimmt. Der Mensch muss einfach auf seine Taten achten, denn diese entscheiden gemäss den "heiligen Schriften" bzw. "10 Geboten".
Ich grüsse Dich
Juden kein Schweinefleisch essen. Zudem gibt es auch genauere Stellen im Buch Jesaia, was ich aber nicht als relevante Schrift, wie das "Wort Gottes" sehe.
Ahmet