Re: Nur die 10 Gebote
Geschrieben von Ben am 26. Januar 2006 00:09:
Als Antwort auf: Re: Nur die 10 Gebote geschrieben von Ahmet am 25. Januar 2006 22:38:18:
Hallo Ahmet,
[...]
>Wenn Du nun die Hebräer (Landlose Nomadenvölker, die Gottergeben waren) meinst, dann kann ich mich damit identifizieren. Auch Abraham und Mose gehören dazu. Selbst Jesus hat die Hebräer als Vorbild genommen, als er von den Lehren der Väter sprach. Man sagt zwar, dass Jesus Jude war. Mit den Juden im heutigen Sinn (den Pharisäern) hatte sich Jesus v. Nazareth aber dauernd gestritten, weil diese Menschengebote lehrten. Worauf die Schriftgelehrten (Vorläufer der heutigen Juden) Jesus loswerden wollten.
>Ich hoffe, damit habe ich Dir die Frage beantworten können. Entschuldige, dass ich so ausholen musste, aber ich wollte Dir Unklarheiten ersparen.
Frage ist beantwortet :) Welche Stellung hat für Dich Jesus? Siehst Du ihn als Gottes Sohn? Als Propheten? Als einfachen Wanderprediger? In Deiner Sammlung der hl. Schrift kommt ja z.B. das Lukas-Evangelium vor, worin Jesus ganz klar als der Sohn Gottes geführt wird. In Johannes sowieso. Auch Jesus selbst bezeuiugt dies.
Wie stehst Du zu anderen ATlichen Büchern (Jesaja, Psalme, Sprüche etc)
>Ben: Aber Gott kann die daraus folgende Strafe selbst tragen. So verliert er nichts von seiner Gerechtigkeit.
>Ich getraute mich so etwas vor Gott gar nicht zu denken. Ich für mich kann meine Strafe nicht an Gott abschieben. Es gibt Menschen, die das vertreten. Ich aber kann es nicht, schon deshalb, weil es nicht das Wort Gottes bzw. Jesu war, sondern die Theorie des Paulus (1. Korinther 15, 3), die sogar erst im 4. Jhr. ihre Gültigkeit bekam. Das Wort Gottes kann alleine durch die Lippen von wenigen Menschen kommen. Nämlich von Menschen, welche die Fähigkeit besitzen, mit dem Erzengel aus dem Reich der Himmel zu kommunizieren. Jesus von Nazareth war zweifellos ein Solcher. Deshalb bevorzuge ich die Zitate Jesu, auch wenn diese nicht von ihm selbst niedergeschrieben wurden.
Glaubst Du an Jesu Kreuzigung? Und an die Berichte, wie dies stattgefunden hat? Falls ja, warum ging Deiner Meinung nach Jesus ans Kreuz?
>Ben: Du wagst dich auf dünnes Eis, wenn DU entscheidest, welche Gebote heute noch Sinn machen und welche nicht. Woher nimmst Du diese Erkenntnis?
>Nochmals, das wichtigste im Gesetzt ist die Beziehung zu Gott (verankert auf der ersten Tafel) und genauso die Beziehung zu deinen Mitmenschen (verankert auf der zweiten Tafel).
//kurzer Einschub - das 5. Gebot (1.Tafel) regelt doch die zwischenmenschl. Beziehung (Kind-Eltern), nicht die Bez. Mensch und Gott !?
>Daran hängt das ganze Gesetzt und die Propheten. Also nehme ich die Erkenntnis daraus, und erwarte, dass jedes Gesetzt, welches aus diesen zwei Gebote- Tafeln entspringt, auch wieder auf diese Tafeln zurück zu führen ist. Wenn nicht, dann ist es ein Menschengebot, weil es widerspricht. Das lehrte uns Jesus von Nazareth.
Da stimme ich Dir überein. Das erinnert mich an eine Begebenheit, von der uns in Mathäus 19 ab Vers 16 berichtet wird. Ein Mann kommt zu Jesus und will wissen, was er tun muss um in den Himmel zu kommen. Jesus sagt: halte die Gebote. Der Mann bezeugt von sich, dass er dies von Kleinauf tun würde. Als letzte Bedingung lehrt in Jesu die kompromisslose Nachfolge! Ohne Jesus bleibt jedem der Eintritt ins Himmelreich versperrt. Das lehrt er auch an anderen Stellen (z.B. Joh 14,6)
>Ben: Macht Beschneidung in deinen Augen heute noch "Sinn"?
>Hier sprichst Du NICHT von einem Gebot im Gesetz, sondern von einem ewigen Bund mit Gott.
Es ist sehr wohl ein Gesetz! Nicht eines der 10, aber es ist eindeutig eine Vorschrift an alle Söhne Israels! (1Mo 17,14)
>Also ein Schwur, der Gott erkennen lässt, wer sich dem Schöpfer hingibt und seinen ewigen Bund hält.
>Das ist die religiöse Erklärung der Beschneidung. Ob das religiös Sinn macht, kann ich nicht beantworten.
Ich fragte nach dem "Sinn", da Du weiter oben schriebst, du würdest alle Gebote halten, die heute noch Sinn machen.
Zitat: "Und von den übrigen Geboten im Gesetz halte ich mich an alles, was heute Sinn macht"
Hast Du dich auch daran gehalten? Bei Dir und Deinen Söhnen (falls vorhanden)?
[...]
>Ben: Wenn es so wäre, würde mit ziemlicher Sicherheit niemand in den Himmel kommen. Denn was zählt ist Jesu Interpretation der 10 Gebote, nicht deine. Und dann fängt Mord oder Ehebruch bereits im Kopf an.
>Und was, wenn meine Interpretation der 10 Gebote mit denen von Jesus identisch sind? Auch ich denke, dass bereits der Gedanke zählt. Oder anders gefragt, was ist deiner Ansicht nach die Interpretation von Jesus, wenn es um die 10 Gebote geht?
Die Frage ist, warum gab Gott uns die 10 Gebote? Damit wir bessere menschen werden? Ich glaube nicht, denn nach Jesu (und auch Deiner) Interpretation fängt jede Sünde bereits im Kopf an. Man kann versuchen weniger zu sündigen, aber es ist aus menschl. Sicht unmöglich, ein sündloses Leben zu führen. Was ist die Folge? "Der Lohn der Sünde ist der Tod" Hesekiel 18,20
Da bringen Dich Deine 10 Gebote leider auch nicht weiter.
>Ben: 2Ti 3:16 "Alle Schrift ist von Gott eingegeben"
>Insofern ist es eigentlich egal, ob ich Paulus oder Mathäus zitiere (der wiederum Jesus widergibt).
>Du zitierst aus einem Brief, den Paulus an seine Helfer schrieb. Er schrieb da über das Wort Gottes folgendes:
>2Ti 3,15 und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. 3,16 Alle (diese) Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, 3,17 damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig zugerüstet.
>Etwa 250 Jahre später wird dieser Brief zu der „heiligen Schrift“ hinzugefügt. Was denkst Du, was davor als die „heilige Schrift“ bekannt war? Glaubst Du wirklich, Paulus würde das über seine Briefe schreiben?
Paulus vielleicht nicht, aber der Hl. Geist bestimmt.
>Sagte Jesus nicht, man solle auch seinen ganzen Verstand für Gott und seine Mitmenschen gebrauchen?
>Auf deine Antwort warte ich gespannt. Glaube mir, ich akzeptiere, was Du glaubst. Ich möchte aber gerne mit Dir austauschen, weil ich sehen möchte, worauf es bei deinem Glauben ankommt.
So geht es mir auch. Daher die vielen Fragen. Ich tue mich (noch) etwas schwer, Deinen Glauben einzuordnen, denn mir fehlt noch etwas eine greifbare Grundlage bei Dir (nicht negativ gemeint).
>Gruss
>Ahmet
viele grüße - ben